Nahost

Angriffe gegen Hisbollah werden verstärkt

Generalstabschef Staff Herzi Foto: copyright (c) Flash90 2024

Israel will die Hisbollah in sich intensivierenden Angriffswellen bombardieren, bis die libanesische Terrororganisation versteht, dass eine Rückkehr Zehntausender Bewohner Nord-Israels in ihre Wohnungen und Häuser nicht verhindert werden kann. Dies machte der Generalstabschef der israelischen Streitkräfte (IDF), Herzi Halevi, klar.

Auf der Luftwaffenbasis Tel Hanof lobte er den jüngsten Luftschlag gegen den Terror in Beirut am Freitag, bei dem Ibrahim Aquil, ein hochrangiger Kommandeur der Hisbollah, und andere Anführer getötet worden waren. Die Operation habe die Terroristen schwer getroffen.

Halevi zufolge hatten die getöteten Terror-Chefs einen weiteren Angriff gegen Israel geplant, der eine Infiltration des Landes, Morde an Zivilisten und Entführungen habe beinhalten sollen. Einen weiteren 7. Oktober wollte die Hisbollah demnach durchführen. Zuvor hatte Präsident Isaac Herzog darüber gesprochen.

Erhöhter Preis

Der Angriff auf die Terroristen am Freitag habe eine klare Message an die Hisbollah übermittelt, so Halevi. Die IDF sei in der Lage, jeden zu erreichen, der die Bürger Israel bedrohe. »Der Preis, den die Terrorgruppe bezahlt, hat sich erhöht«, erklärte der Generalstabschef. Hunderte Terror-Basen seien in den letzten Tagen anvisiert worden.

Auch in der Nacht dauerten die Angriffe an. Die IDF forderte Bewohner im Süd-Libanon auf, Wohngebäude zu verlassen, in denen die Hisbollah Waffen aufbewahre.

Israels Verteidigungsminister Joav Galant sagte, die Hisbollah habe »die schlimmste Woche in ihrer Geschichte« erlebt. Man werde weiterhin »alle Mittel einsetzen«, um die Ziele Israels zu erreichen, erklärte er mit Blick auf die angestrebte Rückkehr der Einwohner im Norden des Landes.

Terror-Allianz gegen Israel

Sowohl die Hisbollah im Libanon als auch die Hamas in Gaza gehören zu Irans sogenannter »Achse des Widerstands«. Tatsächlich handelt es sich um eine Terror-Allianz gegen Israel.

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Irans Bedrohung habe zwei Elemente, sagte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu israelischen Medien zufolge vor dem parlamentarischen Außen- und Verteidigungsausschuss der Knesset. Dazu zählten die atomare Bedrohung des Irans sowie gleichzeitige Angriffe aus dem Norden, Süden und Osten.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben unterdessen zwölf Personen wegen angeblicher Spionage für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad festgenommen. In sechs Provinzen des Landes hätten sie versucht, geheime Informationen zu sammeln und diese an den Mossad weiterzuleiten, erklärten die IRGC.

Zahlreiche Maßnahmen

Weitere Details wurden nicht mitgeteilt. Den Festgenommenen könnte bei einer Verurteilung die Todesstrafe drohen. Im März war in einem ähnlichen Fall ein angeblicher Mossad-Agent hingerichtet worden.

Unterdessen geht die israelische Armee in Gaza weiter gegen die Hamas vor. Die Luftwaffe griff nach eigenen Angaben erneut eine Kommandozentrale der palästinensischen Terroristen an, die sich im Zentrum des abgeriegelten Küstenstreifens in einem Gebäude befunden habe, in dem früher eine Schule gewesen sei. Vor dem Angriff seien zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Gefahr für Zivilisten zu mindern, so die IDF.

Etwa die Hälfte der rund 100 Geiseln, die seit vergangenem Jahr im Gazastreifen festgehalten werden, sind nach Informationen der israelischen Regierung noch am Leben.

»Belagerung« von Nord-Gaza

Medienberichten zufolge wollen Vertreter der IDF in den kommenden Tagen Netanjahu und Gallant mehrere Alternativen zur künftigen Verteilung humanitärer Hilfe im nördlichen Gazastreifen vorlegen. Der Hamas solle die Kontrolle über die zivile Verwaltung und die Plünderung der Hilfsgüter verwehrt werden. Einer der Vorschläge sei eine »Belagerung« des Nordens Gazas.

Man müsse den Bewohnern im nördlichen Abschnitt des abgeriegelten Küstenstreifens eine Woche Zeit geben, das Gebiet zu verlassen, wurde ein pensionierter General zitiert. Der Norden Gazas würde dann zur militärischen Zone erklärt, in die keine Hilfe mehr gelangen werde. Solange die Hamas die Kontrolle über die Verteilung von Lebensmitteln und Treibstoff behalte, werde sie in der Lage sein, ihre Kassen zu füllen und neue Kämpfer zu rekrutieren.

Ein solches Vorgehen sei auch die einzige Chance für ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln, sagte der Zeitung zufolge ein Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik während der nichtöffentlichen Sitzung mit Netanjahu. Dadurch würde der Hamas-Anführer im Gazastreifen, Yahya Sinwar, unter zusätzlichen Druck geraten, an den Verhandlungstisch zu kommen und Zugeständnisse zu machen, hieß es. ja/dpa

Washington D.C.

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