Vermisst!

Angekettet und allein

Alon Ohel ist begabter Pianist.

Vermisst!

Angekettet und allein

Alon Ohel wurde am 7. Oktober schwer verletzt und verschleppt

von Sabine Brandes  13.03.2025 10:28 Uhr

Alon Ohel, der junge israelische Klavierspieler, war gemeinsam mit Eli Sharabi, Or Levy und anderen Hamas-Geiseln in den Tunneln unter dem Gazastreifen gefangen. Die anderen sind frei, der 24-Jährige bleibt allein zurück. Ein unerträgliches Wissen für seine ehemaligen Mitgeiseln und Angehörigen. Warum Ohel nicht auf der ersten Liste des Freilassungs- und Waffenstillstandsabkommens stand, ist vielen ein Rätsel. Denn um Alons Gesundheit steht es alles andere als gut.

Der junge Mann wurde bei seiner Verschleppung vom Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 durch Schrapnelle am Auge, an der Schulter und am Arm verletzt. Diese Verwundungen seien unbehandelt geblieben. »Er ist die gesamte Zeit in einem feuchten Tunnel unter der Erde. Es geht ihm nicht gut«, so der Bericht einer freigekommenen Geisel.

Für seine Mutter Idit Ohel gab es das erste Lebenszeichen von ihrem Sohn nach mehr als 490 Tagen.

Für seine Mutter Idit Ohel war es das erste Lebenszeichen von ihrem Sohn nach mehr als 490 Tagen. »Wir bekamen diese Nachricht am Geburtstag seiner Schwester Inbar«, sagt sie unter Tränen. »Das war wie ein Wunder.« Doch mit dem Lebenszeichen kam das furchtbare Wissen um seine Lebensumstände. »Er ist angekettet, sieht niemals Tageslicht, hat keine Matratze zum Schlafen und wird ausgehungert. Er bekommt nur ein Stück Brot am Tag. Wie soll man davon leben …?«

Sie könne nicht mehr schlafen. »Ich bin seine Mutter, Alon muss nach Hause kommen«, sagt sie und fordert, dass die zweite Phase des Abkommens umgesetzt wird. Doch bei all der Angst um ihr Kind ist sie ganz und gar überzeugt: »Alon wird lebend nach Hause kommen. Das spüre ich.«

Lesen Sie auch

Alon hat neben der israelischen auch die serbische und die deutsche Staatsangehörigkeit. Seine Großmutter Tzipi Ohel wurde in Berlin geboren und hat den Holocaust überlebt. Voller Liebe spricht sie über ihren Enkel: »Er ist ein großartiger junger Mann, ein begabter Klavierspieler und wunderbarer Freund.« Seit mehr als einem Jahr würde sie jeden Tag aufwachen und denken, dass heute ein Wunder geschehe. »Die Geiseln müssen nach Hause kommen, damit es uns wieder gut gehen kann – uns allen in diesem Land.«

Reaktion

Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

 07.09.2026

»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Die Initiatoren wollen den Gazastreifen im Oktober erreichen und fordern eine »globale Intifada«

 07.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlen

Wie in Israel über den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt berichtet wird

Der AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt sorgt im jüdischen Staat für Unruhe – und löst eine ambivalente Debatte über die Partei und ihre Haltung zu Juden und Israel aus

von Sabine Brandes  07.09.2026

Nahost

Iran soll Angriff mehrerer Terrorgruppen auf Israel planen

Nach israelischen Einschätzungen könnte das Mullah-Regime einen gleichzeitigen Einsatz an mehreren Fronten vorbereiten – mit Beteiligung der Hisbollah, der Hamas und der Huthi

 07.09.2026

Gesellschaft

Exodus der Ärzte

Studie: Seit 2023 haben rund 1370 Mediziner Israel verlassen, darunter zunehmend erfahrene Fachärzte

von Sabine Brandes  06.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  06.09.2026

Jerusalem

Israels Sicherheitsrat: Weltweite Reisewarnung für die jüdischen Feiertage

Die Behörde warnt vor gezielten Anschlägen durch extremistische Gruppen und Einzeltäter auf Juden und Israelis. Von Reisen in zahlreiche arabische und an den Iran grenzende Staaten wird dringend abgeraten

 06.09.2026

Jerusalem

Oberstes Gericht kippt Festnahmeverbot für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer

Das im Sommer verabschiedete Moratorium verstößt nach Ansicht der Richter gegen den Gleichheitsgrundsatz. Der Staat dürfe bei der Strafverfolgung keine unzulässigen Ausnahmen machen

 06.09.2026

Kommentar

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

von Nelly Eliasberg  06.09.2026