Israel

60.000 Euro für eine Niere

Boomendes Geschäft: Organhandel Foto: Thinkstock

Die Polizei in Israel meint, einen Organhandelring aufgetan zu haben, der mehrere Länder umspannt. Junge Frauen sollen angeblich in die Türkei gelockt worden sein, um sich dort gegen Bares eine Niere entfernen zu lassen, die anschließend anderen israelischen Patienten eingepflanzt wurde. Im Zentrum des Verdachts steht ein Mann aus Beer Sheva, der bei der Polizei bereits wegen anderer Vergehen bekannt ist.

Als am Ende des Pessachfestes die Nachrichtensperre aufgehoben war, wurden verschiedene verstörende Details öffentlich. So sollen mehrere junge Frauen im Alter von 18 bis 20 Jahren aus dem Süden des Landes tatsächlich ihre Nieren verkauft haben. Ein etwa 50-jähriger Israeli soll ihnen Zehntausende von Dollar für die Operation versprochen haben. Die Frauen befanden sich allesamt in großer finanzieller Not. Der Verdächtige ist auf der Flucht.

Operation Bereits seit mehr als einem Monat dauern die Ermittlungen an. Den Ausschlag gegeben hatte die Anzeige von Eltern eines 18-jährigen Mädchens. Sie gingen zur Polizei, als sie erfuhren, dass sich ihre Tochter in der Türkei eine Niere hatte entfernen lassen wollen. Obwohl sie tatsächlich mit diesem Vorhaben ins Flugzeug gestiegen war, fand die Operation nie statt. Offenbar hatte man sie von türkischer Seite aus gedrängt, wieder nach Hause zu fliegen.

Bei anderen lief die Aktion nicht so glimpflich ab. Einer jungen Frau, die am Ben-Gurion-Flughafen ankam, fehlte tatsächlich eine Niere. Sie gab an, dass sie sie einer Frau gespendet habe, die sie kennengelernt und für die sie Mitleid empfunden habe. Zwar bereue sie das Ganze, sagte sie der Polizei, bestritt jedoch vehement, Geld erhalten zu haben.

60.000 Euro Doch die Ermittler glauben das nicht. Sie sind sicher, dass in sämtlichen Fällen Bares floss, um die Rückverfolgung unmöglich zu machen. Ebenfalls verhört wurden die Empfänger der Organe, israelische Frauen aus dem ganzen Land. Einige gestanden bereits, ein Organ erhalten und dem türkischen Krankenhaus dafür um die 60.000 Euro gezahlt zu haben. Noch wisse man nicht, wie viele Frauen insgesamt in den Organhandel involviert waren. Mittlerweile sind auch die türkischen Behörden eingeschaltet.

»Dies ist ein schwerwiegendes Vergehen, das verschiedene Länder in der Welt umfasst«, erklärte ein Sprecher der Polizei in der Negevregion am Wochenanfang. »Die Situation der jungen Frauen in finanzieller Not und der kranken Menschen wurde schamlos ausgenutzt.«

Jerusalem

Werden die Wahlen in Israel vorgezogen?

Likud-Ministerin Gila Gamliel schlägt im Radio Ende Juni oder Anfang Juli als Tag vor

von Sabine Brandes  05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Nahost

Das falsche Pferd im Libanon

Geschwächt und unter Druck im eigenen Land versucht die schiitische Terrormiliz Hisbollah, sich vom Iran zu distanzieren

von Sabine Brandes  05.03.2026

Nahost

Neuer Raketenangriff Irans auf Israel - Sirenen in Tel Aviv

Das Teheraner Regime greift den jüdischen Staat weiterhin an. Ein Passagierflugzeug musste laut einem Medienbericht den Landeanflug abbrechen, als Raketen ankamen

 05.03.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Krieg gegen Iran

Selbst im linken Lager liegt die Zustimmung noch bei 76 Prozent. Unter israelischen Arabern ist die Zustimmung weitaus geringer

 05.03.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  05.03.2026 Aktualisiert

Interview

»Es ist ein gerechter Krieg«

Oppositionsführer Yair Lapid unterstützt die Präventivschläge Israels und der USA gegen den Iran

von Sabine Brandes  05.03.2026

USA

»Amerika gewinnt: entschlossen, verheerend und ohne Gnade«

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass die USA sich alle nötige Zeit nehmen würden, um den Krieg zu gewinnen

 05.03.2026