Israel

20. Knesset eingeschworen

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin (M.) und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (2.v.l.) mit den Parteivorsitzenden Foto: Flash 90

Die 20. Knesset ist am Dienstagnachmittag in Jerusalem eingeschworen worden. 120 Abgeordnete, davon 39 neue Mitglieder, bilden das israelische Parlament. Die Zahl der Frauen ist mit 29 so hoch wie nie zuvor.

Präsident Reuven Rivlin, der die Zeremonie leitete, erinnerte die Politiker daran, wem sie ihren Sitz zu verdanken haben. »Vergesst nicht für einen Moment, wer Sie hierhergebracht hat«, mahnte er. »Das Vertrauen der Öffentlichkeit ist das höchste Gut in einer Demokratie –und dieses Vertrauen ist jedem Einzelnen von Ihnen gegeben. Doch denken Sie daran, dass Sie in einem Glashaus sitzen.«

Eid Die Zeremonie ist ein feierliches Geschehen, zu dem die Abgeordneten ihre Familien mitbringen. Der Sprecher des Hauses, Juli Edelstein, sagte bei der Gelegenheit, dass es kaum ein besseres Gefühl gäbe, als gewählt zu werden und zum ersten Mal den Eid ablegen zu können. Der ausgehende Knessetsprecher wurde später mit 103 Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Den größten Gewinn an Sitzen hatte der Likud. Zehn neue Abgeordnete werden nun in der Knesset sitzen. Verlierer im Vergleich zur vergangenen Wahl war Jesch Atid. Die Partei von Yair Lapid verlor neun Mandate und muss sich heute mit zehn begnügen.

Viele Abgeordnete nutzten die Gelegenheit, um an ihre Wurzeln zu erinnern. Wie der Schas-Vorsitzende Arie Deri etwa, der darauf bestand, mit seinem vollen Namen, Arie Machlouf Deri, angesprochen zu werden. Der Mittelname steht für Deris sefardische Herkunft, die er vor allem während des Wahlkampfes in den Mittelpunkt gestellt hatte.

Chaim Yellion, neuer Abgeordneter für Jesch Atid und Mitglied des Kibbuzes Beeri in der Peripherie des Gazastreifens, brachte die Trümmer einer Kassamrakete mit ins Parlamentsgebäude. Er hat vor, die Rakete in sein Büro zu hängen. »Damit ich immer daran erinnert werde, woher ich komme und wen ich in diesem Haus repräsentiere«, sagte er.

Staatsbürgerschaft Fünf neue Knessetmitglieder mussten ihre ausländischen Pässe abgeben, so verlangt es das israelische Gesetz. Kein leichter Schritt für alle. So sagte Rachel Azaria, die ehemalige Stadtratsabgeordnete von Jerusalem, die für die Partei Kulanu ein Mandat gewonnen hatte, im Anschluss, für sie sei es ein sehr emotionaler Abschied von ihrer amerikanischen Staatsbürgerschaft gewesen.

Der designierte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte in seiner Rede zur Einschwörung auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Lausanne aufmerksam. »Das Abkommen, das gerade festgezurrt wird, wird dem Iran Untergrund-Anlagen und fortgeschrittene Zentrifugen zugestehen. Vor Kurzem wurde uns noch mitgeteilt, dass diese Dinge keine Voraussetzung für ein friedliches Atomprogramm sind. Doch so wird Teheran nicht mehr Jahre brauchen, sondern weniger als ein Jahr, um sich vorzubereiten. Vielleicht sogar noch weniger.«

Die meisten Staaten in der Region, so Netanjahu weiter, würden allerdings die Gefahr, die vom Iran ausgeht, verstehen. Diese Realität könne die Möglichkeit zu einer Partnerschaft mit arabischen Staaten geben, die dabei helfen könnten, einen Frieden mit den Palästinensern voranzubringen. »Israels Hand ist allen Nachbarn zum Frieden entgegengestreckt.«

Jerusalem

Israelisches Sicherheitskabinett berät Feuerpause im Libanon

Hintergrund der Bemühungen sind Signale aus Washington, wonach die US-Regierung einen Waffenstillstand begrüßen würde

 16.04.2026

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 15.04.2026

Streit

Israel wirft Südkoreas Präsidenten vor, Massaker an Juden zu verharmlosen

Lee Jae-Myung zog einen Vergleich zwischen einem angeblichen Vorgehen Israels gegen palästinensische Kinder und dem Holocaust. Das Jerusalemer Außenministerium bezeichnet dies als »inakzeptabel«

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

Jerusalem

Mossad-Chef: Einsatz gegen Iran erst mit Regime Change beendet

»Unsere Mission ist noch nicht beendet«, sagt David Barnea

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026