Einspruch!

Zur Wiederholung eingeladen

Leonid Goldberg Foto: Marco Limberg

In der Berufung wurde ein neues Urteil gesprochen: Zwei der drei Männer, die im Sommer 2014 einen Brandanschlag auf unsere Synagoge verübt hatten, erhielten am Montag eine Bewährungsstrafe von 24 beziehungsweise 23 Monaten.

Ja, das ist länger als die zunächst verhängte Strafe, aber wirklich mehr ist das nicht: Es ist nichts, woraus die Täter den Schluss ziehen könnten, dass Anschläge auf jüdische Gotteshäuser verfolgt und hart bestraft werden. Die traurige Wahrheit nach dem jüngsten Wuppertaler Urteil lautet: Es ist die Einladung zur Wiederholung.

Entschuldigung Die Anwälte brachten einen der Täter dazu, ein bemerkenswert glatt formuliertes Entschuldigungsschreiben an unsere Gemeinde zu senden. Er übernahm auch die Kosten, um den Sachschaden zu bezahlen. Außerdem listeten die Anwälte noch zur Strafmilderung auf: Die Täter sind Palästinenser, ihr ganzes Leben sei vom Konflikt mit Israelis geprägt; pünktlich zum Prozess legten sie für den einen dessen Arbeitsvertrag vor, für den anderen die Aussicht auf baldige Anstellung; außerdem seien ihre Mandanten zur Tatzeit betrunken gewesen.

Reuige Sünder, schwierige Kindheit, geregelte Verhältnisse, einmaliger Ausrutscher – so wurden uns die Täter präsentiert. Antisemitismus als Tatmotiv schloss das Berufungsgericht, anders als sein Vorgänger, zwar nicht aus, aber sehr wohl hieß es, dass der Nahostkonflikt nicht nach Deutschland importiert werden sollte. Hält der Richter unser Gebetshaus für eine Kaserne der israelischen Armee? Sind Brandanschläge auf Synagogen etwas anderes als antisemitisch?

Nein, das bisschen mehr an Strafe kann uns nicht beruhigen. Das so dringend nötige Signal, dass Judenhass in diesem Land wirklich geächtet ist und sofort hart geahndet wird, blieb aus. Wir fordern nun von der Politik die deutliche Erhöhung der Sicherheitsanstrengungen. Denn ohne Synagoge ist jüdisches Leben, ist unser Leben nicht länger möglich.

Der Autor ist Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal.

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026

Straßenfest

Chabad Berlin feiert 30. Jubiläum

Drei Jahrzehnte jüdisches Leben: Mit einem Straßenfest möchte eine jüdische Gemeinde in Berlin nicht nur die eigene Geschichte feiern. Es soll auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden

 20.08.2026

Frankfurt am Main

Motty Steinmetz stimmt auf die Hohen Feiertage ein

Es dürfte es ein Abend werden, bei dem Musik und Spiritualität besonders eng miteinander verbunden sind

 20.08.2026

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026