Frankfurt

»Weil Sport verbindet«

Makkabi U-Bahn Foto: Rafael Herlich

Ganz in Blau und Weiß gehalten, mit großen Davidsternen und den Schriftzügen »Weil Sport verbindet« sowie »Makkabi Chai« beklebt, fährt sie seit dieser Woche durch Frankfurt: Der jüdische Sportverein Makkabi hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte eine »eigene« U-Bahn. An diesem Dienstag wurde der 50 Meter lange Waggon vom topmodernen Typ »U5-50« offiziell in Betrieb genommen.

Jubiläum Die Idee entstand im Gespräch zwischen dem Chef der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), Thomas Wissgott, und Alon Meyer, dem Vereinspräsidenten von Makkabi Frankfurt, anlässlich des 50. Geburtstags von Makkabi Frankfurt vor rund einem Jahr. »Wir haben überlegt, wie die VGF die 50-Jahr-Feiern von Makkabi Frankfurt unterstützen kann«, berichtet Wissgott. »Und dabei ist die Makkabi-U-Bahn herausgekommen.«

Der Sportverein, beziehungsweise dessen Sponsoren, haben die Kosten für die Beschriftung der Bahn – rund 10.000 Euro – übernommen. Die VGF stellt die rollende Werbefläche kostenlos zur Verfügung und bekommt dafür im Gegenzug Bandenwerbung bei Makkabi-Spielen. Dass es dabei um mehr als nur Geschäft und Werbung geht, betonten die Redner bei der Einweihung immer wieder.

Alon Meyer widmete »diesen Moment jener Generation, die Makkabi Frankfurt nach schweren Zeiten mit viel Herz, Leidenschaft und Mut wieder aufgebaut hat«. Damit bezog er sich auch auf seinen Vater, der 1965 Makkabi Frankfurt gegründet hatte. Er sei nicht nur »glücklich, gerührt und stolz«, betonte Meyer, für ihn sei dieser Tag sehr emotional und bedeutend. »Im Kontext der Schoa wurden Züge zum Sinnbild für Tod und Vertreibung. Und nun fährt eine Bahn mit unserem Logo, also mit der Philosophie und der Geschichte unseres Vereins durch unsere Stadt und transportiert damit eine Botschaft, die wichtiger nicht sein könnte: Makkabi gehört zu Frankfurt wie der Main oder der Römer.«

Zusammenhalt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann nannte die Makkabi-U-Bahn »eine Demonstration für den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft« und einen Ausdruck »für die Nähe von Mensch zu Mensch« und sagte, dass alle drei Buchreligionen die Stadt prägten. Stadtkämmerer Uwe Becker betonte, diese U-Bahn sei ein einprägsames Zeichen dafür, dass »wir ›Ja‹ sagen zu jüdischem Leben in Frankfurt und dies auch nach außen deutlich machen«. Zudem stünden die Farben Blau und Weiß nicht nur für Makkabi, sondern drückten auch die Solidarität mit dem Staat Israel aus.

Ob dieses Bekenntnis nicht auch antisemitischen Vandalismus provozieren könnte? »Ich glaube nicht daran, aber wenn, dann ist es so«, gab sich Wissgott – selbst jüdisch – betont unaufgeregt. Viel lieber wolle er darauf vertrauen, dass die U-Bahn in den nächsten Jahren – mindestens fünf Jahre lang soll der Schriftzug halten – unbeschadet durch Frankfurt fährt. Um ihre Botschaften »Weil Sport verbindet« und »Makkabi Chai« ins Stadtbild zu transportieren und um zu zeigen, wie Meyer es formulierte, »dass Judentum nicht nur der Kampf gegen Antisemitismus ist, sondern ein vielfältiger dynamischer und vor allen Dingen ein selbstbewusster und selbstverständlicher Teil der deutschen und europäischen Gesellschaft«.

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