Köln

Viel mehr als ein Ball

Wenn die Kölner WIZO-Frauen zu ihrem Wohltätigkeitsball bitten, erreicht schon nach den ersten Tönen, dieses Mal von der »Muzika Showband« aus London sowie der Big Band der Musikschule Leverkusen gespielt, die Stimmung ihren Siedepunkt. Die internationale zionistische Frauenorganisation könne sich glücklich schätzen, »die lieben Kölner WIZO-Powerfrauen in ihren Reihen zu wissen«, dankte Diana Schnabel, Präsidentin von WIZO-Deutschland, im Kölner Hotel Hyatt Regency am vergangenen Samstag.

Rauschender und dankbarer Beifall der rund 120 Gäste brandete auf, als die Kölner WIZO-Frauen nach vorne gebeten wurden. Die Festgesellschaft ließ sich schnell vom Engagement der Damen begeistern, weil diese selbst so authentisch begeistert sind.

»Diese Veranstaltung ist ein Ausdruck unserer Solidarität mit den Müttern und Vätern in Israel«, sagte Diana Schnabel. Oder, wie es die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in ihrem Grußwort schrieb: »WIZO ist mehr als ein Name und viel mehr als ein Ball zu wohltätigen Zwecken.«

Lebensplanung Denn darum geht es: WIZO kümmert sich weltweit in über 50 Ländern mit rund 250.000 ehrenamtlichen Mitgliedern um Sozialprojekte in Israel, insbesondere für Kinder und Jugendliche. In sehr persönlichen Worten machte Schnabel am Beispiel ihrer eigenen Kinder deutlich, worin einer der Unterschiede zwischen Eltern hier und denen in Israel besteht: »Unsere Kinder überlegen nach der Schule, wie ihr Lebensweg weitergeht. In Israel wird jedes Kind mit 18 Jahren Soldat – mit allem, was dazugehört: Krieg, Terror, Gewalt.«

Als »Zeichen der Verbundenheit miteinander und der Verantwortlichkeit füreinander« würdigte auch die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin, Sylvia Löhrmann, das beispielhafte gesellschaftliche Engagement von WIZO. »Ich hoffe, dass der Ball helfen kann, die Welt ein bisschen friedlicher zu machen.« Das konnte er in der Tat: Über 50 Patenschaften für Kinder in Israel wurden übernommen.

Ersatz Mit den 500 Euro kann ein Kind ein Jahr lang in einer Einrichtung untergebracht und so das Fehlen von staatlichen Kindergärten kompensiert werden. In diesem Jahr wurde das Familientherapiezentrum Beith Heuss in Herzliya bedacht, eines von knapp 20 Projekten der WIZO Deutschland.

Kölns Rabbiner Jaron Engelmayer stellte das selbstlose und vorbildliche Engagement der WIZO-Frauen und ihrer Gäste in den Kontext des aktuellen Wochenabschnitts, in dem es um Abraham und seine Eigenschaften geht. »Er ist der Inbegriff für Wohltätigkeit, Güte und Gnade.« Dies sei das geistige Erbe an alle seine Nachfolger, das vereine alle abrahamitischen Religionen. »Wir möchten sagen können, dass wir zu den Kindern Abrahams gehören.«

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