Service

Soziale, religiöse, organisatorische Angebote

Foto: Getty Images

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sind seit Montag in Deutschland Versammlungen von mehr als zwei Menschen grundsätzlich verboten.

Auf dieses umfassende Kontaktverbot einigten sich am Sonntag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer. Ausgenommen seien »Kernfamilien«, Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, der öffentliche Nahverkehr und Beerdigungen.

Die jüdischen Gemeinden trifft die Entscheidung hart. Schon am Wochenende hatten Frankfurt, Berlin, Dresden und Köln Online-Gottesdienste angeboten und Adressen und Telefonnummern für den Notfall veröffentlicht.

Sozialabteilung Aber auch soziale und organisatorische Angebote werden aufrechterhalten. So sind Sekretariat und Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde zu Dresden besetzt und unter den üblichen Telefonnummern (zu den üblichen Geschäftszeiten) und E-Mail-Adressen erreichbar.

Das Sekretariat hat die Rufnummer 0351/656 0710, E-Mail sekretariat@jg-dresden.org, die Sozialabteilung ist unter 0351/656 0717 und der E-Mail-Adresse soziales@jg-dresden.org zu erreichen.

An erster Stelle steht der Schutz der Gemeindemitglieder.

Dringende Anfragen an die Jüdische Gemeinde Düsseldorf können täglich zwischen 9 Uhr bis 17 Uhr unter der Telefonnummer: 0211/469 12 0 bearbeitet werden. Für Notfälle hat die Gemeinde eine eigene E-Mail-Adresse wir@jgdus.de eingerichtet.

Unter dem Motto »Wir sind füreinander da und den Rufnummern 0211/469 12 33 und 0211/469 12 50 kann sich jeder melden, der Hilfe braucht. Zudem hat die Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet. Unter dem Verwendungszweck: »Wir« können Spenden an das Konto: DE 13 3005 0110 1006 0531 34 überwiesen werden. Eine finanzielle Unterstützung ist auch über PayPal möglich, der Link ist auf der Webadresse www.jgd.de zu finden.

Darüber hinaus haben die jüdischen Schulen in Düsseldorf einen virtuellen Klassenraum online. Zwar seien alle Gottesdienste und Veranstaltungen ausgesetzt, aber Rabbinat und Sozialabteilung bieten Nothilfen an.

Kita-Betreuung Die Synagogen-Gemeinde Köln passt sich den Vorgaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung an. So sind seit Montag die Franz-Herrschtritt-Kita und die Roonis-Krabbelgruppe nach den Vorgaben des Landes NRW für Härtefälle geöffnet.

Kinder aus Elternhäusern, die Bedarf an Betreuung haben, so teilte der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln mit, können nach wie vor vor Ort betreut werden. Interessen sollen sich sobald wie mögliche melden, damit die Einrichtungen planen können. Es muss eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt werden, dass die Betreffenden über »ein Arbeitsverhältnis verfügen, das in kritischer Infrastruktur angesiedelt ist«.

Die Synagogen-Gemeinde Köln hält Kita-Betreuung in absoluten Notfällen weiterhin aufrecht.

YouTube- und Facebook-Kanäle seien nach Angaben des Vorstands »voll einsatzfähig«. Die Gemeinde hat inzwischen zwei positiv getestete Mitglieder zu verzeichnen und bittet den Maßgaben zu Ausgangsbeschränkungen und Quarantäne des Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin unbedingt Folge zu leisten.

Sie will ihre Mitglieder mithilfe von Informations-Flyern und auf der Homepage regelmäßig informieren. Die deutschsprachige Notrufnummer lautet 0221/715 62-501 die russischsprachige 0221/716 62-502. »Wir wünschen Ihnen Kraft und Ausdauer, diese schwere Zeit zu überstehen«, wünschen die Vorstandsmitglieder Isabella Farkas, Abraham Lehrer, Bettina Levy und Felix Schotland.

Absagen Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Judith Neuwald-Tasbach, teilte mit, dass die Gottesdienste bis zum 19. April abgesagt werden müssen. »Wir haben nun gemäß den behördlichen Empfehlungen entschieden, vorerst bis 19. April keine Gebete und keine Veranstaltungen durchzuführen. Wir sind sehr traurig darüber, aber die Gesundheit unserer Mitglieder und Besucher geht vor!«, schrieb Neuwald-Tasbach.

Die Leipziger Begegnungs- und Bildungsstätte Ariowitsch-Haus in Leipzig musste aufgrund der allgemeinen Lage bezüglich des Coronavirus Veranstaltungen und Kurse bis einschließlich 19. April absagen. »Wir versuchen, die ausgefallenen Veranstaltungen zeitnah nachzuholen«, heißt es vom Ariowitsch-Haus-Team. Auch die VHS-Veranstaltung »Pessach für Jedermann« am 20. April wurde nun abgesagt.

Das Jüdische Museum Augsburg veröffentlicht aktuelle Informationen auf seiner Webseite. Darüber hinaus sind Mitteilungen auf den digitalen Kanälen des Museums auf Facebook und Instagram zu finden.

Kleingemeinden

Die Hilfsbereitschaft ist groß

Jugendliche kaufen für Senioren ein, Rabbiner beten online

von Christine Schmitt  26.03.2020

Frankfurt

Rabbiner im Handy

Wie eine Gemeinde unter dem Coronavirus funktioniert

von Eugen El  26.03.2020

Corona-Krise

Hilfe und Chancen

Alle stehen jetzt zusammen. Wie jüdische Gemeinden auf die Pandemie reagieren

 23.03.2020

Berlin/Dresden/Frankfurt/Köln

Schabbat im Radio und online

Jüdische Gemeinden übertragen aufgezeichnete Kabbalat-Schabbat-Gottesdienste oder rufen zum Online-Beten auf

 20.03.2020

Purim

Corona oder Kostüme?

Synagogenbesuche und Partys standen unter dem Motto »Verantwortungsvoll feiern«

von Ralf Balke  12.03.2020

Einladung

Schabbat in Karlsruhe

Staatsministerin besucht jüdische Gemeinde

 05.03.2020

Porträt der Woche

Zukunft mit Fragezeichen

Aaron Serota ist Wirtschaftswissenschaftler und engagiert sich in der Gemeinde

von Eugen El  04.03.2020

»Meet a Jew«

Miteinander statt übereinander reden

Begegnungsprojekt des Zentralrats will den Austausch von Juden und Nichtjuden fördern

 28.02.2020

Jewrovision

»Da will ich dabei sein«

Wie sich das Jugendzentrum Olam, die Gemeinde und das Hotel Estrel auf das Event in Berlin vorbereiten

von Christine Schmitt, Katharina Schmidt-Hirschfelder  27.02.2020