WIZO

Sisterhood in Frankfurt

Frauenpower auf der Tanzfläche, mittendrin WIZO-Deutschland-Präsidentin Simone Graumann (l.) Foto: Rafael Herlich

Israel ohne WIZO – »das ist wie Adam ohne Eva oder Abraham ohne Sarah«. Mit diesen Worten würdigte Esther Mor, Präsidentin der World WIZO das leidenschaftliche Engagement der weltweit rund 250.000 Frauen in 50 Ländern, die sich für Kinder und Familien in Israel engagieren.

Esther Mor sprach in diesem Zusammenhang auch von der unvergleichlichen »sisterhood« dieser Frauen, eine Formulierung, die im Englischen genau trifft, was die WIZO ausmacht, für die sich im Deutschen jedoch kaum eine Entsprechung finden lässt: Zusammenhalt und Stärke.

ehrengast Die Präsidentin von World WIZO war als Ehrengast der Patenschafts‐Gala »One Night for Children« kurz vor Sukkot nach Frankfurt gekommen, um für mehr Unterstützung für die Arbeit der WIZO in Israel zu werben. 800 Projekte werden zurzeit von der Organisation betrieben, darunter 150 Kitas und etliche »Day Care«-Zentren, in denen Kleinkinder bis zu zwölf Stunden täglich betreut werden: Hilfe, die insgesamt 25.000 Kindern in Israel zugutekommt.

Mit einer Patenschaft von 500 Euro kann ein Kind ein Jahr lang eine der WIZO‐Einrichtungen besuchen. »Die WIZO ist der beste, tollste, kämpferischste Anwalt für die Kinder in Israel, egal, welcher Herkunft sie sind und welcher Religion sie angehören«, hatte Giovanni Zarrella, der die Gala moderierte, in seiner Begrüßung begeistert erklärt.

Zarrella trat an diesem Abend als Solist auf, ZDF‐Showmoderatorin Andrea Kiewel, die als seine Partnerin vorgesehen war, hatte kurzfristig absagen müssen – zu ihrem eigenen und zu noch größerem Bedauern aller Galagäste. Der Grund: ein Wespenstich, den die 53‐Jährige auskurieren musste, um am nächsten Morgen im ZDF‐Fernsehgarten wieder topfit vor der Kamera zu stehen.

Imagefilm Dafür konnte man sie jedenfalls auf der Leinwand bewundern: im neuen Image‐Film der WIZO, den Simone Graumann, Präsidentin von WIZO Deutschland, dem Publikum im Frankfurter »Hilton«-Hotel stolz präsentierte. Für diesen Film hatte Andrea Kiewel mehrere Einrichtungen der WIZO in Israel besucht, mit Kleinkindern auf dem Teppich gespielt und Teenager und Eltern interviewt. Entstanden ist eine sehr lebendige Dokumentation, die zeigt, dass die von der WIZO eingesammelten Spenden genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Diese Gala zu feiern, sei fast, wie nach Hause zu kommen, erklärte Simone Graumann in ihrer Begrüßungsansprache, und das nicht nur, weil »der beste Ehemann der Welt«, wie sie sagte, der frühere Zentralratspräsident Dieter Graumann, natürlich zu den Gästen an diesem Abend zählte. Vielmehr haben sich im Laufe der Zeit lieb gewordene Traditionen herausgebildet, die zum großen Erfolg der »One Night for Children« beitragen.

Da ist zum einen der Gastgeber: das Frankfurter Hilton‐Hotel, das diese Gala zum wiederholten Male mit der gewohnten Professionalität ausrichtete und sogar so aufmerksam war, für jeden Tisch eine Torte samt brennender Wunderkerze anlässlich von Israels 70. Geburtstag zu spendieren.

Jongleur‐Duo Wie immer ließ es sich Hotel‐Chef Marc Snyders nicht nehmen, selbst vorbeizuschauen und die Gäste zu begrüßen. Auch Johnny Klinke, Direktor des berühmten Frankfurter Varieté‐Theaters »Tigerpalast«, kam – wie stets – kurz vor Mitternacht vorbei: Der Gastauftritt von Künstlern aus seinem Ensemble zählt in jedem Jahr zu den Höhepunkten der Gala.

So wirbelte ein Jongleur‐Duo, Vater und Sohn, rote Zylinderhüte durch die Luft, bis diese keck auf ihren Köpfen landeten. Und eine Ballerina führte eine atemberaubende Kür aus klassischem Ballett und Akrobatik auf und zeigte dabei, dass sie ihre Gliedmaßen in die erstaunlichsten Winkel und Richtungen biegen kann.

Vielleicht nicht ganz so gelenkig, aber mit ähnlicher Leidenschaft hatte sich bereits weit vor Mitternacht ein Großteil der Gäste durch den Saal bewegt. Denn der israelische Showstar Einat Sarouf musste nur die ersten Takte eines Medleys aus traditionellen israelischen Melodien anstimmen, da hielt es die WIZO‐Frauen schon nicht mehr auf ihren Stühlen.

hora Sie eröffneten den Reigen mit einer Hora, der sich schon bald immer mehr Gäste anschlossen, sodass sich der schmale Streifen zwischen Bühne und Tischen im Saal in eine dicht bevölkerte Tanzfläche verwandelte. Auch Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker tanzte mit; Salomon Korn, der Vorsitzende der Frankfurter Gemeinde, hatte sich ebenfalls von seinem Platz erhoben, um den Tanzenden besser zusehen zu können.

Und während sich die Gäste im Saal vergnügten, wuchs still, aber unaufhörlich der Geldbetrag für die Kinder in Israel an. Ein Textband an der Decke meldete die aktuellen Pegelstände bei den Patenschaften: Um Mitternacht war die magische 500 geknackt. Am Ende belief sich die Zahl sogar auf mehr als 550. Simone Graumann zeigte sich überglücklich über diesen Erfolg.
»Schwer arbeitende Frauen sind ein Segen für ihre Mitmenschen.« Diesen Satz zitierte WIZO‐World‐Präsidentin Esther Mor aus dem Tanach. Wer immer ihn gesagt oder geschrieben hat: Er muss die WIZO‐Frauen gekannt haben.

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