Ehrenamt

Sie machen alles möglich

Ein Walzer für alle Ehepaare, die sich in der IKG München für andere engagieren, war nur einer der Programmpunkte beim Abend für die Ehrenamtlichen im Hubert-Burda-Saal. »Wie in jedem Jahr, so wollen wir ihnen umso mehr in diesem Jahr 2011, dem Europäischen Jahr der Freiwilligkeit, mit dieser Feier zumindest symbolisch etwas von dem zurückgeben, was sie leisten«, begrüßte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch die rund 150 Helfer. »Wir wollen ihnen zeigen, wie unendlich stolz wir auf ihre Arbeit sind und vor allem, wie unendlich dankbar.« Auch Ariel Kligman, Vorsitzender der Sozialkommission der IKG, zeigte durch seine Anwesenheit Anerkennung.

Der Dank von Charlotte Knobloch richtete sich auch an die Leiterin der Abteilung, Olga Albrandt, und die Koordinatorin des Ehrenamtlichen Dienstes, Tatjana Makhova. Das Projekt »Ehrenamtliche« gibt es in München seit acht Jahren. »In den vergangenen fünf Jahren«, freute sich Knobloch, »hat es sich zu einem richtigen Integrationsnetzwerk entwickelt, zu einer festen und auch zu einer beachtlich großen Institution unserer Gemeinde.«

Dass es sich so entwickeln konnte, dazu hat in den ersten Jahren auch die Unterstützung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge beigetragen. Dabei beschränkt sich die Mitarbeit heute nicht nur auf die Menschen, die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen. Die Arbeit erfolgt nach einem Grundsatz, den die Präsidentin ebenfalls anerkennend hervorhob: »Hier kann sich jeder einbringen, der etwas für die Gemeinde leisten will – unabhängig von Sprache, Religion oder Herkunft.«

Sommerausflug Der Abend bestand allerdings nicht nur aus Tanzen, Reden und einem Festessen. Die engagierten Frauen und Männer stellten auch selbst ein Programm auf die Bühne. In einem Video ließen sie all die Ereignisse der vergangenen Monate noch einmal Revue passieren, insbesondere den Sommerausflug nach Abensberg. Die Bilder von dem dortigen Freizeitpark mit Streichelzoo und von der Besichtigung einer Brauerei weckten Erinnerungen und brachten viele Gesprächsthemen hervor. Vor allem die Musikbegeisterten unterhielten ihre ehrenamtlichen Mitstreiter.

Die Sängerin Alina Badover sorgte zusammen mit dem Geiger Vladimir Gaba und dem Pianisten Vjatcheslav Dorokhov für den richtigen Rhythmus beim Tanz. Klar, dass auch die Chöre Druschba und Simcha ihre Sangeskraft unter Beweis stellten. Die Leiter dieser Chöre gingen auch gleich auf Nachwuchsschau: So wurden zum Beispiel alle Gäste, die »Alexander« hießen, zum Mitsingen verpflichtet.

Die ehrenamtlichen Helfer sorgen im Alltag aber nicht nur für Unterhaltung. Sie packen überall dort mit an, wo ihre Hilfe gefragt ist. Zum Beispiel bei der Umsetzung von Ausstellungen. Hierfür bedankte sich die Leiterin des Kulturzentrums, Ellen Presser. Sie beschrieb den Einsatz der Ehrenamtlichen mit der Aufforderung aus dem Talmud: »Versprich wenig, aber tue viel!« Genau das zeichne die Anwesenden aus.

Wie umfangreich das Leistungsspektrum der freiwilligen Helfer ist, hatte bereits Charlotte Knobloch gelobt: »Mit ihrem selbstlosen, hundertprozentig ehrenamtliche Engagement unterstützen Sie unserer Gemeinde: Sie setzen sich in der Sozial- und in der Kulturabteilung ein. Sie arbeiten im Rabbinat, in der Schule, dem Kindergarten, im Seniorenheim oder in der Bibliothek. Sie helfen als Dolmetscher, Handwerker, Kursleiter oder im Besuchsdienst bei Alten und Kranken.« Knobloch unterstrich die Vorbildfunktion der Ehrenamtlichen und wünschte sich, dass »Sie mit ihrer Einstellung und ihrer Leidenschaft auch andere anstecken«.

Motivation Für die Freiwilligen ist ihr Engagement nicht nur eine Mitzwa. Für sie ist eine wesentliche Motivation – und das wurde aus den Gesprächen an diesem Abend immer wieder deutlich – das Gefühl gebraucht zu werden und ihre Fähigkeiten einsetzen zu können.

Da ist etwa der Arzt, der in Deutschland aus Altersgründen keine Approbation mehr erhalten hat, oder der Ingenieur, der sein Wissen als Energieberater für Mitglieder der IKG einsetzt. Eine ehemalige Ballerina vom Moskauer Bolschoi-Theater leitet die Tanzgruppe und eine Sonderschulpädagogin betreut eine »Kreative Runde« für Menschen mit Handicap. Das Spektrum der Möglichkeiten ist groß.

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