Düsseldorf

Schnee und andere Widrigkeiten

Ist sie es? Esther Blueburger Foto: pr

Vom Schnee verweht waren im Dezember die jüdischen Filmtage in Düsseldorf. Etwa 30 Prozent weniger Zuschauer kamen zu der sechsten Auflage der Filmspiele in das Kino des Filmmuseums, resümiert die Organisatorin Erika Rubinstein. Schuld war vor allem der viele Schnee. »Das Publikum ist überwiegend älter und benutzt keine öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem eigenen Wagen aber trauten sich viele bei dem hohen Schnee nicht vor die Haustür«, erklärt sich Rubinstein die Einbuße.

Mischung Darüber hinaus musste das Festival um eine Woche nach hinten, in die unmittelbare Vorweihnachtszeit verschoben werden, was weitere Zuschauer gekostet habe, meint die Organisatorin. Ein drittes Argument seien wohl auch die erhöhten Eintrittspreise. »Der Sprung von fünf auf sieben Euro war wohl etwas zu groß«, mutmaßt sie. Dennoch sei sie einigermaßen zufrieden mit dem Event. Auch wenn weniger Zuschauer kamen, die Mischung aus Film und Diskussion mit Filmemachern, Regisseuren und Publikum kommen nach wie vor gut an und würde von den Festivalbesuchern dankbar angenommen.

Dabei findet sich alljährlich im Dezember nicht gerade ein Fachpublikum in der Blackbox der Düsseldorfer Innenstadt ein. »Es sind normale Menschen, die das Thema jüdische Filme interessiert«, meint die studierte Filmwissenschaftlerin. Die Auswahl sei daher besonders schwierig und beginne spätestens mit dem ersten Filmfestival des Jahres, der Berlinale im Februar. Acht Filme zeigt Rubinstein jeweils. »Die Geschichten sollen zueinander passen, aber aus unterschiedlichen Genres kommen«, erklärt sie. Mit Hey, hey, it’s Esther Blueburger ist auch ein Film speziell für ein jugendliches Publikum dabei. Hinzu kommen Dokumentarfilme wie Black Bus oder die Komödie Simon Konianski.

Auswahl »Nach der Abrechnung ist vor der Vorbereitung«, erklärt Rubinstein. Erst im Oktober wird die Auswahl für dieses Jahr abgeschlossen sein. Außerdem muss auch das Budget von 20.000 Euro wieder zusammengestoppelt werden. Dabei beteiligen sich Stadt, jüdische Gemeinde und der Joint. Sponsoren, Mitglieder der Düsseldorfer Gemeinde, stellen Hotelzimmer und Autos für die eingeladenen Filmschaffenden zur Verfügung.

Die Filmauswahl auf Festivals hat auch einen Nachteil. Ist der Film zu neu, soll er erst einmal in kommerziellen Kinos Zuschauer anlocken, bevor er in den Programmkinos gezeigt wird. »Daher halten viele Verleihfirmen die Filme zurück, und es entscheidet sich sehr spät, welche wir dann zeigen können«, sagt Rubinstein. Zumindest hofft sie für das Jahr 2011 auf weniger Schnee. Auf die Auswahl der neuen Streifen freut sich die eingefleischte Filmexpertin aber schon jetzt.

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