Dresden

Rabbiner will sich für jüdische Jugend engagieren

Der Neue in Dresden: Akiva Weingarten Foto: Stephan Pramme

Dresden

Rabbiner will sich für jüdische Jugend engagieren

Akiva Weingarten möchte mehr Angebote für Jugendliche schaffen

 28.08.2019 16:32 Uhr

Der neue Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Dresden, Akiva Weingarten (34), will mehr Angebote für Jugendliche schaffen. Das habe für ihn »höchste Priorität«, erklärte Weingarten am Mittwoch in Dresden. Außerdem wolle er der liberalen Gemeinde Traditionen näherbringen, die ihn in der chassidischen Welt geprägt haben – zum Beispiel durch Lieder, Speisen oder Bräuche.

Weingarten hatte sein Amt als Gemeinderabbiner in Dresden Mitte August angetreten. Er wechselt nun zwischen der Landeshauptstadt und dem schweizerischen Basel, wo er Rabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde Migwan ist. »Ich glaube daran, zwischen verschiedenen Welten Brücken zu bauen und Menschen unterschiedlichen Hintergrunds zu verbinden«, erklärte er.

Thüringen Weingarten folgt auf Alexander Nachama, der im Herbst 2017 als Landesrabbiner nach Thüringen wechselte. »Wir sind glücklich, einen Rabbiner gefunden zu haben, der die liberale Tradition der Gemeinde weiterführen und ihr neue Impulse geben wird«, sagte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Dresden, Nora Goldenbogen. Die Gemeinde hat mehr als 700 Mitglieder.

Wie Weingarten erklärte, wird er jede Woche nach Dresden kommen, um Religionsunterricht zu geben und die jüdische Gemeinde religiös zu führen. Außerdem wird er monatlich zwei Schabbat-Gottesdienste leiten. Jüdischer Religionsunterricht ist seit diesem Schuljahr Wahlfach zunächst an den Grundschulen des Freistaates Sachsen.

Akiva Weingarten wurde 1984 in New York geboren und wuchs in einer ultraorthodoxen Familie auf. Er ist Ältester von elf Geschwistern. Seine rabbinische Ausbildung erhielt er in New York und in Israel. Als Erwachsener wandte er sich der liberalen Strömung des Judentums zu, 2014 siedelte er nach Berlin über.

Unterstützung Sachsen hatte die finanzielle Unterstützung für die jüdischen Gemeinden im Freistaat auf 1,07 Millionen Euro pro Jahr erhöht. Bisher kamen jährlich 950.000 Euro vom Land. Das Geld solle nach Angaben von Goldenbogen für die Bezahlung der beiden Rabbiner in Sachsen verwendet werden.

Die Leipziger jüdische Gemeinde wird von Landesrabbiner Zsolt Balla betreut. Chemnitz hat derzeit keinen eigenen Rabbiner. In Sachsen leben Goldenbogen zufolge rund 2600 Menschen jüdischen Glaubens.  epd

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