Porträt

Oldenburg – Eine Gemeinde findet ihren Weg

Die »Jüdische Gemeinde zu Oldenburg« feierte im Jahr 2017 das 25-jährige Jubiläum ihrer Wiedergründung. Von Anfang an wurde die Gemeinde als liberal-konservative Gemeinde unter dem Dach des Zentralrates und innerhalb des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen egalitär geführt. Frauen und Männer werden zur Tora aufgerufen, fungieren als Vorbeter/-innen, Gabbaim/Gabbaiot und tragen im Gottesdienst öffentlich aus der Tora vor.

Von 1995 bis 2004 betreute Frau Rabbinerin Wyler als erste Rabbinerin im Deutschland der Nachkriegszeit die Oldenburger Gemeinde. Seit 2011 ist mit Rabbinerin Alina Treiger wiederum eine Frau in diesem Amt.

Die Gemeinde bietet ihren mehr als 300 Mitgliedern ein umfassendes Angebot. Das Gemeindezentrum besteht aus der denkmalgeschützten Synagoge (einer umgewidmeten Baptisten-Kapelle in der Nähe des Standortes der im November 1938 zerstörten Vorkriegs-Synagoge) und dem daneben stehenden, ebenfalls denkmalgeschützten Gemeindehaus mit der im Jahr 2000 angebauten Mikwe. Umgeben werden beide Häuser von einem wunderschönen Synagogen-Garten. In diesem Gemeindezentrum findet ein reges Gemeindeleben statt. Die Gemeinde trifft sich an jedem zweiten Wochenende für Schabbat-Gottesdienste am Freitagabend und am Samstagmorgen sowie zu allen jüdischen Feiertagen zum gemeinsamen Gebet und Kiddusch. Zweimal monatlich findet eine Sonntagsschule für Kinder unterschiedlicher Altersstufen statt. Die Jugendlichen der Gemeinde treffen sich nach Vereinbarung im Jugendzentrum.

Durch das ehrenamtliche Engagement der aktiven Gemeindemitglieder gibt es eine Chewra Kadischa und eine Bikur-Cholim-Gruppe. Neben ihrer Verantwortung für den historischen Jüdischen Friedhof mit denkmalgeschützter Trauerhalle verfügt die Gemeinde außerdem über einen neuen Jüdischen Friedhof.

Es gibt einen aktiven Seniorenklub, einen Gesprächskreis, einen Schachklub, einen Projekt-Chor sowie einen Frauenkreis. Zweimal wöchentlich ist die Gemeinde-Bibliothek zur Ausleihe geöffnet.

Die regelmäßig wöchentlich stattfindenden rabbinischen Lehrangebote werden ergänzt durch Hebräisch-Unterricht für Kinder und Erwachsene sowie durch Deutsch-Unterricht für die aus den Ländern der ehemaligen UdSSR zugewanderten Gemeindemitglieder. Die Sozialbetreuung der Gemeindemitglieder in russischer und deutscher Sprache ist durch eine fest angestellte Halbtagskraft gewährleistet.

Die offizielle Sprache in der Gemeinde ist Deutsch.

Mehrmals im Jahr finden kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Vorträge, Lesungen und Seminare statt.

 

Mobil

Handys im Klassenzimmer?

Wie jüdische Schulen mit der Nutzung der Telefone während der Unterrichtszeit umgehen

von Christine Schmitt  19.09.2019

Leipzig

Meilenstein für jüdisches Leben

Mit einem Konzert feierte die Israelitische Religionsgemeinde zehn Jahre Berliner Rabbinerseminar

von Isabel Seelmann  19.09.2019

Berlin

»Daran möchte ich mitwirken«

Kantor Isidoro Abramowicz über liturgische Tradition, Gebete und Ideen für die Synagoge Pestalozzistraße

von Gerhard Haase-Hindenberg  18.09.2019

Porträt der Woche

»Kunst ist meine Leidenschaft«

Arkadia Vershvovskaya studiert Jüdische Studien in Potsdam und malt in ihrer Freizeit

von Jérôme Lombard  15.09.2019

München

Landtagswahlen, Kultur, Mitzwe Makers

Meldungen aus der IKG

 05.09.2019

Zweiter Weltkrieg

Erinnerung wachhalten

IKG-Präsidentin Knobloch fordert, die Schrecken der Vergangenheit nicht zu vergessen

von Helmut Reister  05.09.2019