Porträt

Mannheim – Große Gemeinde mit sozialem Image

Foto: imago images/U. J. Alexander

»Deutsches Jerusalem« wurde Mannheim Ende des 18. Jahrhunderts auch genannt, in Anspielung darauf, dass die jüdische Gemeinde der Stadt mehr als 1000 Mitglieder hatte.

1925 waren es schon mehr als 6000. Unter ihnen war Julius Moses, ein Arzt, der sich besonders für Bildung und Erziehung der armen Bevölkerung einsetzte. Maßgeblich war Moses am Konzept des »Mannheimer Schulsystems« beteiligt, dem Vorläufer des noch heute in Deutschland gültigen mehrstufigen Schulmodells. Moses floh vor dem Terror der Nazis nach Israel, wo er am Aufbau des Gesundheitswesens beteiligt war.

Nach Ende des »Dritten Reichs« wurde die jüdische Gemeinde von Überlebenden neu gegründet, zunächst lebten nur rund 100 Juden in Mannheim. Deren 1957 fertiggestellter neuer Betsaal im ehemaligen jüdischen Waisenhaus war erst der zweite, der im Südwesten Deutschlands in der Nachkriegszeit eröffnet wurde.

Heute leben rund 500 Juden in Mannheim. Die 1987 erbaute neue Synagoge bietet ihnen eine Vielzahl von Angeboten, darunter eine Mikwe, koschere Küche, Kindergarten, Bibliothek und Seniorentreff.

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