München

Malerei, Exil, Recherche

Issachar Ber Ryback »Stillleben mit Aleph-Beth« Foto: Jens Ziehe

München

Malerei, Exil, Recherche

Meldungen aus der IKG

 19.09.2019 14:56 Uhr

Malerei

Das Werk des russisch-jüdischen Malers Issachar Ber Ryback (1897–1935) war geprägt durch die jüdische Renaissance in Russland. Einflüsse des Kubismus und Futurismus übertrug er – gewissermaßen sein Markenzeichen – auf jüdische Volkskunst. Die Kunsthistorikerin Sigalit Meidler-Waks stellt sein Leben und Werk am Montag, 23. September, 19 Uhr, im Jüdischen Gemeindezentrum am Jakobsplatz vor. Karten sind an der Abendkasse erhältlich, Anmeldung ist möglich unter 089/2024 00-491. ikg

Exil

Das spanische Kulturinstitut widmet dem Schriftsteller Max Aub eine Ausstellung, die vom 25. September bis 12. Dezember montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr im Instituto Cervantes zu besichtigen ist. Aubs Familie, aus einem gleichnamigen Städtchen bei Würzburg stammend, war Exil-Erfahrung schon lange vertraut. Die Eltern waren aus Bayern nach Frankreich gezogen, wo Max Aub 1903 in Paris zur Welt kam. Weiter ging es nach Valencia in Spanien. Als spanischer Kulturattaché gab Aub Picasso den Auftrag für sein berühmtes Wandgemälde »Guernica«. Von 1939 bis 1942 war er in verschiedenen Konzentrationslagern interniert, doch dann gelang ihm die Ausreise nach Mexiko, wo er bis zu seinem Tod 1972 lebte. Der Eintritt zur Vernissage am Dienstag, 24. September, 19.30 Uhr, ist frei. Es gibt eine Simultanübersetzung Deutsch–Spanisch. Weitere Informationen sind erhältlich unter 089/2907 1813. ikg

Recherche

Peter Neumaiers jüdische Großväter ruhen beide in München, der eine, Götz Rosenmann, mit seiner Frau Doris auf dem Alten Jüdischen Friedhof. Der andere, Rechtsanwalt Ernst Seidenberger, der sich 1934 hatte taufen lassen, auf dem Bogenhausener Friedhof. Als glühender Patriot hatte er alle Stufen der Diskriminierung am eigenen Leib erfahren – Berufsverbot, Nürnberger Gesetze, Deportation nach Theresienstadt – und ebenso die Nachkriegszeit mit Entnazifizierungs- und Wiedergutmachungsdebatten. Peter Neumaier stellt das Ergebnis seiner im Verlag Hentrich & Hentrich veröffentlichten Recherchen, Wehe dem, der allein ist!, am Dienstag, den 24. September, um 20 Uhr in der Autorenbuchhandlung, Wilhelmstraße 41, vor. Telefonische Anmeldung erbeten unter 089/331 241. ikg

Gedenken

Am 26. September 1980 fand am Haupteingang zur Theresienwiese ein verheerender Anschlag statt. Zum Gedenken an die Opfer, die ums Leben kamen beziehungsweise lebenslänglich an den Folgen leiden, lädt der DGB München am Donnerstag, den 26. September, um 9.30 Uhr zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Mahnmal am Haupteingang der Theresienwiese ein. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter spricht ein Grußwort. Hauptredner ist der Journalist Ulrich Chaussy, der das Buch Oktoberfest. Das Attentat. Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann schrieb. ikg

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026

Straßenfest

Chabad Berlin feiert 30. Jubiläum

Drei Jahrzehnte jüdisches Leben: Mit einem Straßenfest möchte eine jüdische Gemeinde in Berlin nicht nur die eigene Geschichte feiern. Es soll auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden

 20.08.2026

Frankfurt am Main

Motty Steinmetz stimmt auf die Hohen Feiertage ein

Es dürfte es ein Abend werden, bei dem Musik und Spiritualität besonders eng miteinander verbunden sind

 20.08.2026

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026