Porträt

Lübeck – Eine Gemeinde dank Zuwanderung

Foto: Gregor Fischer

Die Geschichte der Juden in Lübeck ist wechselhaft. Nachdem sich 1656 im außerhalb der Lübecker Landwehr gelegenen Dorf Moisling erste jüdische Familien ansiedeln konnten, waren sie in den kommenden Jahrhunderten – außer während der kurzen napoleonischen Phase von 1811 bis 1813 – mehr oder weniger rechtlos.

In die kurze Hochphase fiel 1812 die Eröffnung der ersten Synagoge, die wieder jüdische Bevölkerung in die Stadt zog. Nach dem Fall Napoleons wurden die jüdischen Familien aber wieder aus der Stadt vertrieben und durften erst nach der Märzrevolution 1848 und der darauf folgenden Gleichstellung 1852 zurückkehren.

Bis 1913 wuchs die Gemeinde auf 700 Mitglieder an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie neu gegründet und zählte 1948 wieder 250 Mitglieder. Viele Juden wanderten jedoch in den folgenden Jahren aus.

1952 waren nur noch 30 Lübecker jüdisch. In den 90er-Jahren wuchs die Gemeinde durch jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion auf mehr als 750 Mitglieder an.

Heute bietet sie eine Bibliothek, eine Theatergruppe, einen Chor und ein Jugendzentrum an. Außerdem gibt sie eine eigene Zeitung heraus und verfügt über einen Friedhof. Ihr Rabbiner Jehuda Puschkin pflegt einen orthodoxen Ritus. Es wird Deutsch und Russisch gesprochen.

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026

Straßenfest

Chabad Berlin feiert 30. Jubiläum

Drei Jahrzehnte jüdisches Leben: Mit einem Straßenfest möchte eine jüdische Gemeinde in Berlin nicht nur die eigene Geschichte feiern. Es soll auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden

 20.08.2026

Frankfurt am Main

Motty Steinmetz stimmt auf die Hohen Feiertage ein

Es dürfte es ein Abend werden, bei dem Musik und Spiritualität besonders eng miteinander verbunden sind

 20.08.2026

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026