Fest

Löwe trifft Spiderman

Unter dem Motto »Asia« feierten auch die Studenten ihr Purim. Foto: Miryam Gümbel

Esther beeindruckt – das war bei den verschiedenen Veranstaltungen zu Purim in der Münchner Gemeinde deutlich zu sehen. Da gab es viele kleine Königinnen in prächtigen Verkleidungen, begleitet von allem, was die Fantasie bei der Kostümsuche eingab. Sogar die Tiere des Königreichs Persien waren gekommen, vom Löwen bis zum Jaguar, und Krokodile schoben sich durch die bunten Reihen.

Den Auftakt zu den Feiern machte bereits am Freitag der Kindergarten. Eine Reihe von Pappmaché-Figuren stellte hier alle wichtigen Personen aus der Geschichte um Esther und Mordechai sowie Achaschwerosch und Haman vor. Weil ja schließlich alles zu einem guten Ende kam, standen den Helden von damals auch Polizisten und Feuerwehrleute zur Seite. Für alle Fälle hatten sich dann auch noch Spiderman und Engel ins Geschehen gemischt.

Mischloach manot Rabbiner Steven Langnas eröffnete diese erste Purim-Veranstaltung mit den Kleinen und steckte alle mit seiner Begeisterung an. Mit verschiedenen Spielen zeigten die Mädchen und Jungs dann ihr Können. Hinterher gab es dann für alle die traditionellen Mischloach Manot, die kleinen Purim-Geschenke. Verpackt in hübsch gestalteten Tüten.

Zu Mozei Schabbat startete in der Ohel-Jakob-Synagoge die Lesung der Megillat Esther, begleitet vom traditionellen Lärm der Rasseln, jedesmal, wenn der Name Haman zu hören war. Zuvor schon hatten im Hubert-Burda-Saal und im Foyer des Gemeindehauses viele fleißige Helfer für die Dekoration gesorgt, um auch optisch für die passende Stimmung bei der anstehenden Party für alle Gemeindemitglieder zu sorgen. »Asia« war hier das Motto – und nicht nur die Mitarbeiter des Gemeinde-Restaurants Einstein hatten sich in leuchtend rote Kimonos gehüllt. Auch ein Teil des Programms faszinierte mit fernöstlichen Darbietungen: Die Münchner Kung-Fu-Sportschule begeisterte mit Kampfkunst und mit einem Löwentanz in asiatischer Tradition.

Mizwot Die Vize-Sieger der Jewrovision 2011 aus dem Münchner Jugendzentrum Neshama stellten ihren Beitrag »Lebe Deine Träume« vor. Unter den Gästen waren auch einige der Sieger aus Berlin. Anschließend genossen alle die Musik und tanzten. Die gute Stimmung sorgte dafür, dass die Erfüllung der Purim-Mitzwot, besonders der des Feierns, leicht fiel. Die Geschichte von Esther hatten sich die meisten Gäste ja bereits zuvor in der Synagoge angehört. Eine wichtige Mizwa konnte im Gemeindehaus an diesem Abend ebenfalls noch erfüllt werden: Es wurden Spenden für Bedürftige in Israel gesammelt.

Darüber hinaus gab es noch eine Vielzahl weiterer Purim-Feiern. Am Jakobsplatz selbst ging es dann ab 22 Uhr parallel zur großen Party mit einem Fest der Studenten weiter. Mit Musik, Tanz und Clubstimmung. Einen ruhigeren Akzent setzten die Studenten dann am Sonntag beim gemeinsamen Treffen mit Essen, Liedern und Hora-Tanz. Was die Veranstalter besonders freute: Erstmals wurden sie ihrem Namen Verband jüdischer Studenten in Bayern mit einer größeren Zahl von Teilnehmern aus anderen bayerischen Städten gerecht.

Am Sonntag setzte sich Purim nicht nur mit dem morgendlichen Lesen der Megillat Esther fort. Es wurde auch weiter kräftig gefeiert. Jetzt waren die Kinder und Jugendlichen unter sich. Das Jugendzentrum Neshama konnte rund 250 junge Gäste begrüßen, für die ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet war. Damit jeder möglichst alle Punkte miterleben konnte, war alles in ein Spiel mit Stationen verpackt, um an den Gewinn zu kommen. Neben einem Schmink-Studio gab es Bastel-Aufgaben, die Geschicklichkeit wurde mit Dosenwerfen und Ähnlichem erprobt. Eine Hüpfburg fehlte ebenso wenig wie das »Essenfassen«: Jugend- zentrumsleiter Marat Schlafstein versorgte als König die ihm Anvertrauten mit Pasta.

Haman Den Abschluss der Feiern bildete am Montagvormittag die Purim-Veranstaltung der Sinai-Schule. Schon beim Eintreffen konnte man fantasievolle Kostüme bewundern. Auch hier nahm Esther einen der vorderen Plätze der Hitliste ein. In den einzelnen Klassen wurde zunächst »unter sich« gefeiert, Päckchen wurden ausgetauscht, Lieder gesungen. Dann wurde das Miteinander erweitert: Mit Spielen und Vorführungen besuchten sich die Klassen gegenseitig. Gegen Mittag kamen alle Kinder der Sinai-Schule gemeinsam in die Aula.

Hier sangen sie zusammen Purim-Lieder und hörten der in Kurzfassung auf Deutsch von Bruria Figdor gesungenen Geschichte über die Rettung der Juden in Persien zu. Schließlich gab es noch die begehrten Hamantaschen. Geduldig warteten die Kinder den Segen über die Leckerei ab, bevor sie sich die Köstlichkeiten schmecken ließen.

Düsseldorf

Die Makkabäer sind los!

Zum dritten Mal findet in Nordrhein-Westfalen das größte jüdische Sportfest Deutschlands statt

 03.09.2021 Aktualisiert

Brandenburg

Jüdische Gemeinden feiern 30 Jahre ihrer Wiedergründung

Mit einem Festakt begingen rund 150 Gäste aus der jüdischen Gemeinschaft und der Landespolitik das runde Jubiläum

 01.09.2021

Jubiläum

Seit 151 Jahren Teil der Stadtgesellschaft

1870 beschlossen elf Männer, in Gelsenkirchen eine eigene jüdische Gemeinde zu gründen - jetzt wurde an sie erinnert

von Michael Thaidigsmann  30.08.2021

Bremen

Neue Torarolle zum Jubiläum

In der Hansestadt feierte die jüdische Gemeinschaft am Wochenende den 60. Jahrestag der Eröffnung ihrer Synagoge

von Michael Thaidigsmann  30.08.2021

Freiburg

»Gezielte Provokation«

Eine geplante Demonstration gegen Israel auf dem Platz der Alten Synagoge beunruhigt die jüdische Gemeinde

von Michael Thaidigsmann  14.05.2021

Münster

Jüdische Gemeinde wehrt sich gegen israelfeindliche Kundgebung

Gemeindechef Fehr: »Die Antizionisten wollen israelfeindliche Stereotype im öffentlichen Bewusstsein festigen«

 24.07.2020

Gespräch

Bedrohung und Staatsversagen

Der zweite »Jüdische Salon« des Zentralrats der Juden widmet sich Ronen Steinke und seinem neuen Buch

 02.07.2020

Würzburg

Gepäckstücke erinnern

Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde der »DenkOrt Deportationen 1941–1944« eingeweiht

von Stefan W. Römmelt  18.06.2020

Gemeinden

Aktiv und engagiert

Die Zentralwohlfahrtsstelle veröffentlicht ihre Statistik für 2019 – die Zahlen geben wichtige Hinweise

von Heide Sobotka  18.06.2020