Düsseldorf

Kinder, Paare und Soldaten

Der Mann, der die Frauen liebte: Joann Sfar sucht in seinem Film nach dem Wesen des französischen Sängers Serge Gainsbourg. Foto: pr

Bereits zum sechsten Mal findet in diesem Jahr vom 11. bis zum 16. Dezember das Internationale Filmfestival »Jüdische Welten« in Düsseldorf statt. Auch in diesem Jahr bleiben die Veranstalter ihrem Konzept treu und zeigen vor allem aktuelle Filme, die sowohl thematisch als auch geografisch eine breite Palette jüdischer Schicksale, Traditionen, Geschichten umfassen.

»Wir möchten eine breite Palette des modernen jüdischen Lebens zeigen, weit- ab von den üblichen Klischees Holocaust- und Nahostkonflikt-Problematik«, sagt Kuratorin Erika Rubinstein. Nach den Filmvorführungen wird es Diskussionen mit Regisseuren, Produzenten und Experten geben. Zudem können die Zuschauer bei den Veranstaltungen jüdische Spezialitäten probieren.

Russisch Filme in russischer Sprache fanden in den vergangenen Jahren großen Zuspruch. Grund genug für Erika Rubinstein, diese Tradition auch 2010 fortzusetzen. Der neue Film Just like Home des israelischen Regisseurs russischer Abstammung Alexander Gentelev erzählt das Schicksal von Kindern in einem jüdischen Waisenhaus in Moskau. Ein Film, der unter die Haut geht. Der ebenfalls israelische Film Loners des Regisseurs und Leiters der Sam-Spiegel-Filmhochschule, Renen Shorr, erzählt eine wahre Geschichte: Sacha und Glori – zwei Immigranten aus Russland – versuchen eine Armeekarriere. Doch diese scheitert, ehe sie begonnen hat. Die beiden werden der Beihilfe zum Terrorismus beschuldigt und kommen ins Militärgefängnis.

Zwei weitere Filme kommen aus Israel: Black Bus, ein Dokumentarfilm von Anat Yuta Zuria, erzählt die Geschichte zweier Aussteigerinnen aus orthodoxen Kreisen in Jerusalem. Die Frauenfeindlichkeit der orthodoxen Männer schockiert. Mit ihrem neuen Film Jaffa meldet sich Keren Yedaya, die nach ihrem mehrfach preisgekrönten Erstlingsfilm eine lange Pause eingelegt hatte, zurück. Der Film erzählt die Geschichte einer Liebe zwischen der Jüdin Mali und dem Israeli Toufik.

Australien Zum ersten Mal zeigt das Düsseldorfer Festival einen Film aus Australien: Hey, hey, it’s Esther Blueburger von Cathy Randall. Ein Musical und Jugendfilm, der von Erwachsenwerden und Selbstbestimmung handelt, auf witzige Weise über Loyalität erzählt. Aus Belgien kommt die Geschichte des Losers Simon Konianski von Micha Wald. Eine Komödie mit melancholischen Elementen. Der französische Film Gainsbourg – Der Mann, der Frauen liebte von Joann Sfar ist ein kurzweiliger Biopic über das Leben des französischen Sängers. Zur Eröffnung der Filmtage wird eine Tragikomödie aus Mexiko gezeigt. In Fünf Tage ohne Nora von Mariana Chenillo, muss José fünf Tage warten, um seine Ex-Frau Nora zu beerdigen, die Selbstmord begangen hat.

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