Düsseldorf

»Jüdischer Hohepriester« auf Toleranzwagen

Der Entwurf des neues Wagens stammt wie der des Jahres 2018 von Jacques Tilly.

Ein als »Jüdischer Hohepriester« kostümierter Karnevalist wird beim Düsseldorfer Rosenmontagszug auf dem »Toleranzwagen der Religionen« durch die Straßen ziehen. Im Gewand des Hohepriesters aus dem Film Das Leben des Brian stecke der Brauchtumsmanager der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Walter Schuhen, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Juden, Katholiken, Muslime und Protestanten organisieren den »Toleranzwagen« gemeinsam.

Wie sich die übrigen insgesamt 31 Mitglieder auf dem »Toleranzwagen« kostümieren, ist noch unbekannt. Jede der vier Religionsgemeinschaften schickt sieben Personen auf den Wagen.

Kamellen Sie werden laut Michael Szentei-Heise von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf »Normal-Kamellen, aber natürlich auch koscheres und Halal-Wurfmaterial« verteilen.

Der Wagenbauer und Künstler Jacques Tilly hat den zehn Meter langen »Toleranz-Wagen!« im Auftrag der Jüdischen Gemeinde, der evangelischen und katholischen Kirchen sowie dem Dachverband der muslimischen Gemeinden in Düsseldorf gestaltet. An den Seiten sind drei lachende männliche Vertreter und eine weibliche Geistliche der vier Religionsgemeinschaften zu sehen. Zudem sind die vier Religionssymbole sowie jeweils ein typisches Gotteshaus abgebildet.

gemeinsam jeck Über allem schwebt das Düsseldorfer Sessionsmotto »Gemeinsam jeck«. Wagenbauer Tilly sagte bei der Präsentation, dass der Wagen eigentlich »Akzeptanz« hätte heißen müssen: »Denn Toleranz heißt ja nur, dass wir die anderen dulden.« So einen Wagen habe es bisher noch nicht gegeben, betonte der Künstler.

Der Toleranzwagen sei vor allem »eine Absage an jede Art von Antisemitismus, Rassismus und Fanatismus«. Die vier teilnehmenden Religionen erklärten damit übereinstimmend, dass sie noch andere Sichtweisen auf Gott als die eigene akzeptierten.  epd

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