Frankfurt

Jüdische Begegnungen

Marianne Sägebrecht liest Hilde Domin. Foto: imago

»Alles wirkliche Leben ist Begegnung.« Dieses Zitat von Martin Buber haben der Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und Zentralratspräsident Dieter Graumann sowie der Kulturdezernent der Stadt, Felix Semmelroth, als Motto der Jüdischen Kulturwochen in diesem Jahr gewählt. Eröffnet werden sie am 29. September um 17 Uhr mit einem Konzert von Kantor Tsudik Greenwald in der Westendsynagoge. Bis zum 13. Oktober stehen Lesungen, Konzerte, Filme, Ausstellungen und Führungen auf dem Programm.

Kino Aaron (Jean‐Marie) Lustiger wurde am 17. September 1926 als Sohn jüdischer Eltern aus Polen in Paris geboren. Später wurde er Erzbischof von Paris. Die Geschichte dieses wechselvollen Lebens erzählt der Film von Ilan Duran Cohen Der jüdische Kardinal. Zu sehen ist er am 6. Oktober, um 14 Uhr, im Mal Seh’n Kino, in der Adlerflychtstraße 6.

Und auch der zweite Filmbeitrag der Kulturwochen beschäftigt sich mit einem scheinbaren Widerspruch. In Playoff geht es um die israelische Basketball‐Legende Max Stoller, der als Trainer nach Frankfurt verpflichtet wird. Doch die Medien interessieren sich nicht für sein Trainingskonzept, sondern nur für den Holocaust‐Überlebenden (3. Oktober, 20 Uhr, Orfeos Erben Kino, Hamburger Allee 45).

Am Dienstag, 8. Oktober, liest Marianne Sägebrecht, begleitet von dem Violinisten Lenn Kudrjawizki, ab 20 Uhr im Ignatz‐Bubis‐Gemeindezentrum, Savignystraße 66, aus Hilde Domins Buch Nur eine Rose als Stütze. Im Gemeindezentrum tritt auch das Trio Fayvish am 9. Oktober um 20 Uhr auf. Die Musiker zitieren mit ihrem »Yiddpop« jiddische Poesie und jiddische Musik und stellen sie in neue Zusammenhänge. Das Gemeindezentrum bietet auch die Bühne für das Jiddisch Theater aus München. »The best of ›Glatt Jiddisch‹« heißt ihr Programm mit Sketchen frei nach Dzigan und Schumacher am 10. Oktober um 20 Uhr.

TAnz Am 1. Oktober können Besucher ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum die Uraufführung des Balletts »Lomir Tanzn« der B&M Dance Company München miterleben. Ab 2. Oktober stellt die Gemeinde hier unter dem Titel »Begegnungen« Werke von jüdischen Künstlern mit Behinderung aus. Am 6. Oktober zeigt die Historikerin Gabriela Schlick‐Bamberger Interessierten ab 11 Uhr den jüdischen Friedhof Rat‐Beil‐Straße. Am 13. Oktober stellt sie ab 10 Uhr das Museum Judengasse und den alten jüdischen Friedhof Battonstraße vor.

Den Abschluss der Kulturwochen bildet am 13. Oktober das Konzert des Pop‐Superstars aus Israel, Rami Kleinstein. Der Sänger präsentiert ab 19 Uhr seine Balladen und Lovesongs. In Israel ist er ein Superstar und wird mit Elton John und Billy Joel verglichen, für die er komponiert und textet.

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