Event

»Israel braucht Freunde«

Tausende Münchner zeigten mit einem großen Fest am Odeonsplatz ihre Solidarität mit dem jüdischen Staat

von Miryam Gümbel  27.05.2013 19:52 Uhr

Präsidentin Charlotte Knobloch Foto: Miryam Gümbel

Tausende Münchner zeigten mit einem großen Fest am Odeonsplatz ihre Solidarität mit dem jüdischen Staat

von Miryam Gümbel  27.05.2013 19:52 Uhr

»Ich freue mich von Herzen, dass es diese Veranstaltung gibt« – so begrüßte Präsidentin Charlotte Knobloch Anfang Mai die vielen Besucher am Münchner Odeonsplatz, die zum Israeltag gekommen waren. Bereits zum zehnten Mal fand der deutschlandweit begangene Tag in München statt, diesmal ganz im Zeichen des 65. Bestehens des Staates Israel. Die Farben Weiß und Blau prägten dabei das Event – mit zahlreichen Flaggen Israels und Luftballons, die gegen Abend in den Himmel aufstiegen.

Mehr als 1000 Menschen besuchten den Israeltag, um mitzufeiern, um sich Informationen an den Ständen der vielen jüdischen Organisationen zu holen oder einfach den Tag mit Musik, israelischen Spezialitäten und interessanten Gesprächen zu genießen. Denn, so formulierte es Charlotte Knobloch: »Israel ist nicht irgendein Staat. Israel ist uns nah. Der Israeltag entfacht dieses Gefühl der Nähe und der herzlichen Verbundenheit bei den Menschen. Er ist ein Zeichen der Solidarität.«

Partnerschaft Knobloch erinnerte auch an die Aussage von Außenminister Guido Westerwelle, wonach Deutschland und Israel mehr als die Schoa verbinde: nämlich auch eine Freundschaft zweier Wertepartner. »Das waren starke, echte und ernst gemeinte Worte. Glaubhafte Bekenntnisse des deutschen Ministers, die mir als Überlebende der Schoa sehr viel bedeuten und die mich bestätigen in meinem Vertrauen in dieses Land und seine führenden Politiker«, so Knobloch. »Das Fundament dieser Partnerschaft sind unsere gemeinsamen Werte und Überzeugungen: Freiheit, Toleranz, Demokratie, Menschenrechte und wissenschaftlicher sowie wirtschaftlicher Fortschritt.«

Dass auch andere Politiker und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur zum jüdischen Staat stehen, zeigten viele Äußerungen an diesem Tag, darunter von Regine Sixt, dem Europaabgeordneten Bernd Posselt und Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle. Dieser hob die enge Zusammenarbeit zwischen Bayern und Israel hervor: »Bereits Ende 2011 haben wir gemeinsam erklärt, dass wir unsere Bildungszusammenarbeit ausweiten wollen.«

In den vergangenen Monaten seien aus diesem Abkommen viele Projekte entstanden, unter anderem die Kooperation bayerischer Gedenkstätten mit Yad Vashem und die Partnerschaftsverträge von bayerischen Gymnasien mit der Jerusalemer Gedenkstätte. Das Motto dabei: »Wir wollen gemeinsam nach vorne schauen und gemeinsam aus der Vergangenheit lernen«, erklärte Spaenle.

Empathie So sehr sie Spaenle für seine Klarstellungen danke, entgegnete Charlotte Knobloch, so sehr ersehne sie ebendiesen Rückhalt auch wieder von der deutschen Bevölkerung: »Was ich mir wünsche, ist ein Mehr an Empathie für die Menschen in Israel. Das israelische Volk braucht in Zeiten echter Bedrohung echte Freunde!«

Dies forderten auch weitere Redner, darunter Israels Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser, Gabriele Appel von der Jerusalem Foundation, David Leschem von Keren Hayesod, Thomas Münz von der ZOD, Werner Karg von der Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, Oren Osterer von der Europäischen Janusz Korczak Akademie, Stadtrat Marian Offman und Sacha Stawski von I like Israel (ILI).

Leo Sucharewicz, Gründer des Israeltages, war ebenfalls angereist und betonte die Notwendigkeit, über den jüdischen Staat aufzuklären. Auch seine Tochter Melody war anwesend – sie moderierte die Veranstaltung gewohnt souverän. Den Abschluss der Veranstaltung machten »Die Söhne Mannheims«. Die Band lud mit ihrem Konzert noch viele weitere Münchner zum Zuhören und Mitsingen ein.

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