Jüdische Kulturtage

Interesse an der Begegnung

Publikumsmagnet: Idan Raichel in der Synagoge Rykestraße Foto: Stephan Pramme

Die Hip‐Hop‐Formation HadagNachash und die Ohrbooten, eine Berliner Kultband, haben ihren eigenen Weg zur Verständigung zwischen Deutschen und Israelis gefunden: Es wurde zusammen getanzt. Beide Bands traten im Szeneviertel Friedrichshain auf. Zuerst die israelische Band, dann die Vertreter des sogenannten GypHop. Zum Schluss standen die Musiker gemeinsam auf der Bühne, hebräische und deutsche Texte vermischten sich. Der Auftritt war einer der Höhepunkte der Jüdischen Kulturtage.

»Begegnungen« hieß das Motto der Veranstaltungsreihe, die mehr als 28.000 Besucher zu ihren Lesungen, Ausstellungen und Konzerten lockte. Das waren 3.000 Interessierte mehr als im Vorjahr, sagt Ruth Hundsdoerfer, die Sprecherin der Kulturtage. Bei der »Langen Nacht der Synagogen« konnten 6.000 Besucher begrüßt werden, die Gottesdienste seien von vielen genutzt worden, um einen Einblick in den religiösen jüdischen Alltag in Berlin zu gewinnen. Zum Markt »Shuk Ha’Carmel« seien insgesamt 10.000 Besucher in die Fasanenstraße gekommen. Vor dem Gemeindehaus wurde flaniert, gegessen, gesungen und getanzt.

Dialog Im Mittelpunkt der Kulturtage stand der Dialog der Religionen. Der »Lesemarathon« mit den drei Büchern der Weltreligionen und der Poetengipfel von Asher Reich (Israel) und SAID (Iran) boten Raum für anregende Diskussionen. Die neue Reihe »Was Sie schon immer über das Judentum wissen wollten, aber bisher nie zu fragen wagten« regte zu Gesprächen an. Interessierte lasen gemeinsam mit dem Thüringer Pastor Felix Leibrock die hebräische Bibel, das Neue Testament und den Koran.

Der weltberühmte Klarinettist Giora Feidman zog am Sonnabend in der Synagoge Rykestraße das Publikum vom ersten Ton an in seinen Bann.

Den Abschluss der 25. Ausgabe der Jüdischen Kulturtage feierte am Sonntagabend das Publikum mit den Klängen der Amsterdam Klezmer Band. Die nächsten Kulturtage sind im kommenden Jahr geplant, vom 16. bis zum 26. August 2012.

Düsseldorf

Zu Hause an Rhein und Ruhr

Knapper, präziser, jünger – die Jüdischen Kulturtage haben eine Wandlung vollzogen

von Annette Kanis  22.03.2019

Stuttgart

Wissenswertes Judentum

Rabbiner Berger stellte sein neuestes Buch vor – es dürfte auch Nichtjuden interessieren

von Heidi Hechtel  21.03.2019

München

Meisterwerk, Epos, WIZO

Meldungen aus der IKG

 21.03.2019