IKG

Im besten Alter

Für ein paar Stunden hat am Mittwoch vergangener Woche sogar das Wetter eingesehen, dass Sommerfest und 30-jähriges Jubiläum nicht mit Dauerregen zusammenpassen. So wurde schließlich nicht nur im Saal und im Wintergarten des Saul-Eisenberg-Seniorenheims gefeiert, sondern auch im Garten. Bei Musik, einem abwechslungsreichen Programm und einem reichhaltigen Buffet genossen Bewohner wie Gäste die Feier.

Unter den Gratulanten waren Präsidentin Charlotte Knobloch und Vizepräsident Michael Fischbaum sowie Hans Scheider vom Stiftungsrat. Auch Gemeinderabbiner Israel Meir Levinger und die Rabbiner Avigdor Bergauz, Yehuda Horovitz und Steven E. Langnas sowie die Damen vom »Frauenverein Ruth«, Tonia Braun, Hanna Feiereisen, Helen Muallem, Tova Schvarcz und Brigitte Zhaidman, besuchten das Sommerfest.

Charlotte Knobloch hob in ihrer Begrüßungsrede die wertvolle Arbeit des Seniorenheims hervor. Das gesamte Pflege- und Betreuungsteam von Heimleiterin Jennifer Krusche und Pflegedienstleiterin Dinah Zenker, allen anderen Mitarbeitern bis zu den externen und ehrenamtlichen Helfern trüge wesentlich dazu bei, »dass es uns als Gemeinde möglich ist, unseren Senioren hier ein würdevolles und liebevolles Leben zu gestalten«. Die Mitarbeiter leisteten täglich unschätzbar wertvolle Arbeit – im Dienste der Menschlichkeit und im Sinne des Judentums, unterstrich Knobloch.

Qualität Ihr Dank, den sie auch im Namen des Vorstandes und der ganzen Gemeinde aussprach, war verbunden mit der Freude über die anerkannt guten Betreuungsleistungen. Denn zum wiederholten Male habe die unangemeldete Überprüfung im Seniorenheim zu einem Traumergebnis geführt. Das Haus zähle zu den besten Seniorenpflegeheimen in der ganzen Bundesrepublik, so Knobloch.

»Darauf, aber vor allem auf die liebevolle Atmosphäre an diesem Ort, können wir alle, aber besonders Sie, sehr stolz sein«, betonte Knobloch. Zu den Bewohnern gewandt, sagte sie: »Die Menschen in diesem Heim werden als solche geschätzt und geliebt.« Es sei wichtig, das Leben zu genießen, so gut man könne – und zu feiern: das Leben und einander.

Heimleiterin Krusche ging in ihrer Begrüßungsansprache auf die Geschichte des Hauses ein, das in seinen Anfängen auf das Jahr 1905 zurückgeht. Vor 30 Jahren wurde es von der IKG wiedereröffnet. Alte Fotos und Zeitungsdokumente erinnerten zum Jubiläum im Eingangsbereich an diese Zeit. Für den heutigen Erfolg dankte Krusche Charlotte Knobloch für ihre »unglaubliche Präsenz und stete Anteilnahme«, Hans Schneider von der Stiftung des Seniorenheims für seine verlässliche Unterstützung sowie ihrer Kollegin Dinah Zenker für ihr Engagement zum Wohl der Bewohner.

Während im Garten schon die Bratwürste und andere Köstlichkeiten auf dem Grill brutzelten, wies Rabbiner Langnas auf die abwechslungsreich geführte koschere Küche hin. Nach ganz unterschiedlichen Rezepten werde hier gekocht – etwa nach bayerischen, israelischen und osteuropäischen. Auch jede Menge Sprachen seien zu hören, allein sieben habe er schon ausmachen können.

Leonid Peysakh spielte auf der Klarinette, am Klavier begleitet von Eduard Klovsky. Die beiden Musiker begeisterten die Senioren immer wieder aufs Neue. Die Klänge sind den Menschen vertraut, das Duo ist häufiger im Heim zu Gast. Zum Jubiläumsfest gab es zusätzlich noch eine besondere Überraschung: Das Opernduo »Claudia & Jeremy« erntete für seinen Auftritt stürmischen Applaus.

Luftballons Für Spaß und Unterhaltung sorgten auch zwei Klinik-Clowns, von denen besonders die allerjüngsten Besucher begeistert waren, da die Clowns eigens für sie immer wieder noch nicht aufgeblasene Luftballons »versehentlich« auf sie zufliegen ließen.

Zu den Highlights des Nachmittags zählte auch die Tombola. Raisa Pazovskaia und Larisa Morgunovskaya hatten die Verlosung mit viel Empathie für die Gäste zusammengestellt.

Beifall war den beiden Frauen beim Aufruf der Gewinner gewiss, worüber sich Ulrike Heinzel, zuständig für die heiminterne Tagesbetreuung, sehr freute. Einmal mehr verbrachten an diesem Nachmittag im Saul-Eisenberg-Seniorenheim Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunfts- und Lebensgeschichten ein gelungenen Nachmittag.

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