Kompakt

House of One, Antisemitismus

Catherine von Fürstenberg-Dussmann Foto: imago/Emmanuele Contini

HOUSE OF ONE Die Berliner Unternehmerin Catherine von Fürstenberg‐Dussmann zieht sich aus dem interreligiösen Projekt »House of One« zurück. Grund seien Verbindungen des muslimischen Kooperationspartners zur Gülen‐Bewegung, teilte Dussmann am vergangenen Donnerstag in Berlin mit. Dussmann ist seit 2011 Vorsitzende des Stiftungsrates der Dussmann Group, die in Berlin unter anderem das Kulturkaufhaus Dussmann betreibt. »Ich kann kein Projekt unterstützen, das, anstelle Verständigung und Dialog zwischen und innerhalb der Reli‐
gionen zu fördern, neue Konflikte er‐ 
zeugt«, hieß es in Dussmanns Stellung‐nahme. Trotzdem sei sie nach wie vor von dem Vorhaben überzeugt. Die Grundsteinlegung ist für 2020 am Petriplatz in Berlin‐Mitte geplant. Unter einem Dach soll es eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee geben. Getragen wird das Projekt von der Stiftung House of One, die Dussmanns Entscheidung bedauerte.

ANTISEMITISMUS Der Berliner Senat hat am Dienstag als erstes Bundesland ein »Landeskonzept Antisemitismusprävention« beschlossen. Das Konzept knüpft an den Beschluss des Abgeordnetenhauses »Gegen jeden Antisemitismus! – Jüdisches Leben in Berlin schützen« an und greift dessen Zielsetzungen in den einzelnen Handlungsfeldern auf. Insbesondere in den Bereichen »Bildung und Jugend«, »Justiz und Innere Sicherheit«, »Jüdisches Leben in der Berliner Stadtkultur«, »Wissenschaft und Forschung« und »Antidiskriminierung, Opferschutz und Prävention« setzt der Senat auf Fortbildung und Kompetenz­erweiterung. Zentral ist die Benennung eines Antisemitismusbeauftragten, der die Zusammenarbeit künftig koordinieren und Maßnahmen auf Bundes‐ und Bezirksebene abstimmen soll. Darüber hinaus sollen die zivilgesellschaftliche Erfassung antisemitischer Vorfälle auf eine verlässliche Grundlage gestellt und Beratungsangebote für Schulen und Jugendarbeit weitergeführt und eingerichtet werden. Berlin lasse den Bekenntnissen der Politik Taten folgen, lerne aus der Geschichte und ziehe »hinsichtlich der Bekämpfung des Antisemitismus aus den bitteren aktuellen Erfahrungen konkrete Schlussfolgerungen«, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Die Thematik werde »auch in Zukunft für den Senat höchste Priorität genießen«. ja

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