Porträt

Heidelberg – Preisgekrönte Synagoge

Heidelberg. Jüdische Synagoge in Heidelberg. In der ruhigen Sommer- und Ferienzeit wird in der Synagoge nicht Däumchen gedreht, sondern sich mit allerlei Arbeiten und Schriften auseinander gesetzt. So sitzt J.E. Pawelczyk-Kissin (Leiter des Rabbinats) hier mit Shai Korem (Religionslehrer der Grundschule zusammen über alten Schriften. Bild: BluethnerEs gelten die AGB auf www.bluethnerbilder.de Foto: Christoph Blüthner, Pressefoto 0177 - 2488782

Die Allgemeine Zeitung des Judentums konnte am 7. Mai 1878 erfreuliches vermelden. Die Heidelberger Gemeinde habe »ihre ganz aus eigenen Mitteln neu erbaute Synagoge« eröffnet. Ein besonderes Lob ging an den Architekten, der die im Kostenvoranschlag genannte Bausumme unterschritten habe, »ein bei monumentalen Bauten gewiss seltenes Ergebnis«.

Im September 1946 erschien in der Zeitschrift Aufbau wieder ein Artikel, wieder über die Eröffnung einer neuen Heidelberger Synagoge. »Würdig, bescheiden und doch eindrucksvoll«, lobte das Blatt. In den folgenden Jahren zog die Gemeinde noch mehrmals um, bis schließlich 1994 die neue, vom Architekten Alfred Jacoby entworfene Synagoge, feierlich eröffnet wurde.

Jacoby hatte sich beim Studium der in der Nachkriegszeit entstandenen Gotteshäuser an der Gleichförmigkeit und Anonymität der Bauwerke gestört und einen eigenen Stil mit jeweils lokalen Bezügen entwickelt. Für den Neubau wurde er mit dem renommierten Hugo‐Haering‐Preis des Bundes Deutscher Architekten geehrt.

Eine Sensation, wurde doch damit zum ersten Mal die Architektur einer Synagoge für preiswürdig erachtet. Den rund 500 Mitgliedern stehen heute eine Mikwe, eine Bibliothek und eine Galerie zur Verfügung.

Zu den Angeboten gehören neben Religionsunterricht eine Jobbörse, ein Jugendklub und ein regelmäßiger Seniorentreff. Bei Makkabi Heidelberg wird Schach gespielt.

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