Berlin

Fit mit Irina

Kursleiterin Irina Padva macht es vor: »Jeder Anfang ist schwer. Aber Fitness bereitet einfach Freude.« Foto: Marko Priske

Weniger Alkohol, keine Zigaretten, bewusster essen, mehr Sport treiben. Viele Gemeindemitglieder haben für 2011 gute Vorsätze gefasst. Statistisch gesehen hat sich knapp die Hälfte aller Bundesbürger vorgenommen, im neuen Jahr gesünder zu leben. Derartige Versprechungen und Ankündigungen hat Irina Padva vielfach gehört. »Daher werben wir ganz aktuell für unseren Gesundheitskurs«, sagt die Fitnesslehrerin. »Wenn es um die guten Vorsätze geht, dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, sie umzusetzen. Und bei uns kann man das tun.«

Fitness-Cocktail In der vergangenen Woche startete sie das neue Kursangebot in der Sporthalle an der Oranienburger Straße 31. Immer donnerstags bietet Irina Padva ihren »Fitness-Cocktail« an, wie sie es nennt. 40 Minuten Mischung aus Yoga, Pilates, Bauch-Beine-Po-Gymnastik und Aerobic. »Eben alles, was fit und gesund macht.«

Ganz wichtig ist dabei auch die Rückenschule, sagt sie. »Denn eine gesunde Wirbelsäule ist entscheidend für den ganzen Körper, ein Schlüssel für unsere Gesundheit.« Nach dem Kursprogramm gibt es immer noch Zeit für Fragen und Beratung. »Und dann bekommen meine Kursteilnehmer auch noch Hausaufgaben mit auf den Weg«, erläutert die resolute Trainerin. »Sie sollen nicht nur ein- oder zweimal in der Woche üben, sondern täglich etwas für sich tun. Und wenn es nur fünf oder zehn Minuten sind.«

Energie Die Übungen für zu Hause sind ebenso gelenk- und wirbelsäulenschonend, wie die des Kursprogramms, versichert die Trainerin. Sie empfiehlt dabei die »Fünf Tibeter«, einen Bewegungsablauf für Körper und Geist nach einer aus fernöstlichen Klostern stammenden Methode, die energetische Übungen enthält. »Wir haben energetische Zentren, die man jeden Tag harmonisieren muss«, erklärt sie. »Wenn man das Programm täglich absolviert, sorgt es für Freude, Motivation und viel positive Energie. Und es dient auch hervorragend dazu, Stress abzubauen.«

Und wenn Irina Padva ihre kleine bunte Matte auf den Boden der Turnhalle legt, und darauf ein paar Übungen vormacht, wird deutlich: Die Frau ist topfit. Und reichlich positive Energie scheint sie auch zu haben, ihr Alter sieht man der 60-Jährigen nicht an.

Das liegt wohl daran, dass sie das ganze Leben über stets Sport getrieben hat. »Schon als Kleinkind habe ich gymnastische Übungen gemacht.« Sie war begeisterte Skiläuferin und Bergsteigerin. Und noch heute gibt es keinen Tag ohne Fitness. Sie hat zwei erwachsene Söhne und vier Enkelkinder. »Alle in der Familie treiben Sport, keiner raucht«.

Beruf Irina Padva stammt aus St. Petersburg. 1996 kam sie nach Deutschland, lebte erst zwei Jahre in Kassel, bevor sie nach Berlin zog. Hier ist sie im Stadtteil Lichtenrade zu Hause. In der ehemaligen Sowjetunion hat sie Mathematik und Physik studiert, war als Ingenieurin im IT-Bereich tätig. In der neuen Heimat arbeitetet sie eine Zeit lang als Programmierin bei einem Hersteller von Flugzeugmotoren, nun ist sie nur noch selten in ihrem eigentlichen Beruf im Einsatz.

Stattdessen widmet sie sich jetzt eher dem Sport und der Gesundheit. Nebenberuflich hat Irina Padva schon länger als Aerobictrainerin gearbeitet. Dann machte sie vor zwei Jahren die sogenannte B-Lizenz. Seitdem ist sie als Fitnesslehrerin und Personaltrainerin tätig. Im Sommer vergangenen Jahres startete ihr erster Kurs für das Projekt »Impuls« der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Projektleiterin Svetlana Agronik freut sich, dass der Gesundheitskurs Teil des Programms geworden ist: »Ich finde es hervorragend, wenn professionelle Lehrer aus den Bereichen der Kultur, Tradition und eben auch aus dem Sport unser Angebot bereichern. Das ist ein Vorteil für alle Mitglieder unserer Gemeinde.« Geplant ist in Zukunft auch ein Kurs für jüngere Ge-
meindemitglieder. Im Moment ist die Zielgruppe doch eher etwas älter.

Vorsätze So wie Dorina Prischkonik aus Tiergarten. Sie ist 65 Jahre alt, kam am vergangenen Donnerstag erstmals dazu. »Ich habe Probleme mit dem Rücken, und hoffe, dass mir der Unterricht hilft«, sagt sie. Und, so verrät sie lächelnd, gehöre der Besuch des Kurses zu den guten Vorsätzen für das neue Jahr.

Bleibt also die Frage nach dem Patentrezept: Wie schafft man, es durchzuhalten, die guten Vorsätze wirklich umzusetzen? »Sie müssen sich immer wieder klarmachen, dass sie endlich etwas für sich und ihren Körper tun müssen«, sagt Irina Padva. »Jeder Anfang ist schwer. Aber Fitness ist angenehm und bereitet einfach Freude.«

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

Sicherheit

»Keine jüdische Veranstaltung soll je abgesagt werden müssen«

Nach dem Massaker von Sydney wendet sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einer persönlichen Botschaft an alle Juden in Deutschland: Lasst euch die Freude an Chanukka nicht nehmen!

von Josef Schuster  17.12.2025