Jewrovision

»Es geht vor allem um jüdische Identität«

Fünf Minuten mit Zvi Bebera über Vorfreude, Zusammenhalt und Selbstbewusstsein

von Barbara Goldberg  01.02.2019 08:53 Uhr

Zvi Bebera Foto: Rafael Herlich

Fünf Minuten mit Zvi Bebera über Vorfreude, Zusammenhalt und Selbstbewusstsein

von Barbara Goldberg  01.02.2019 08:53 Uhr

Herr Bebera, wie ist die Stimmung beim Titelverteidiger und Gastgeber der Jewrovision?
Bestens! Alle sind gespannt, wie es laufen wird. Alle sind glücklich, alle sind aufgeregt. Und der Fanblock von Leuten, die uns in der Festhalle beim Contest unterstützen wollen, wird immer größer.

Wie groß ist der Druck, der auf dem Frankfurter Jugendzentrum Amichai lastet?
Ich empfinde überhaupt nicht, dass wir unter Druck stehen. Und das sage ich ohne jede Nonchalance. Aber bei diesem Wettbewerb können wir alle nur gewinnen.

Was macht die Jewrovision zu einer besonderen Veranstaltung?

Allein schon die Tatsache, dass rund 1300 jüdische Jugendliche aus vielen Gemeinden in ganz Deutschland im Rahmen des Mini-Machane vor dem eigentlichen Wettbewerb zwei Tage zusammen verbringen werden. Diese intensive Begegnung so vieler junger Menschen schafft so etwas wie einen Hype, eine unglaublich positiv aufgeladene Stimmung.

Warum braucht es einen eigenen innerjüdischen Tanz- und Gesangswettbewerb? Gibt es nicht schon genug Contests, an denen Talentierte teilnehmen können?
Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn die verschiedenen jüdischen Jugendgruppen gegeneinander antreten, dann ist es fast so, als schauten sie in ihr Spiegelbild. Gewinnen will jeder, und dieser Wettbewerb stärkt den Zusammenhalt in den einzelnen Gruppen enorm. Wir hoffen, bangen, leiden und freuen uns gemeinsam, wir stehen diese Emotionen alle zusammen durch. Das schweißt die Jugendlichen zusammen. Vergessen ist das iPhone, das iPad, dieses »Ich, Ich, Ich«. Plötzlich wollen alle das »Wir«.

Was ist Ihres Erachtens das Wichtigste, das die jungen Leute von diesen drei Tagen in Frankfurt mitnehmen werden?

Bei diesem Wettbewerb performt jeder für die eigene Gemeinde. Das finde ich persönlich das Wichtigste: Die jugendlichen Teilnehmer entwickeln so etwas wie Stolz auf ihre Stadt, auf ihr Zuhause, ihre jüdische Gemeinde. Das stärkt die Identifikation mit dem eigenen Umfeld, die Zugehörigkeit zu der jeweiligen jüdischen Gemeinschaft, wodurch diese Gemeinschaft ihrerseits auch gefestigt wird. Hip-Hop, Tanz und Musik sind im Grunde zweitrangig. Es geht vor allem um jüdische Identität.

Mit dem Leiter des Jugendzentrums Amichai sprach Barbara Goldberg.

Düsseldorf

Die Makkabäer sind los!

Zum dritten Mal findet in Nordrhein-Westfalen das größte jüdische Sportfest Deutschlands statt

 03.09.2021 Aktualisiert

Brandenburg

Jüdische Gemeinden feiern 30 Jahre ihrer Wiedergründung

Mit einem Festakt begingen rund 150 Gäste aus der jüdischen Gemeinschaft und der Landespolitik das runde Jubiläum

 01.09.2021

Jubiläum

Seit 151 Jahren Teil der Stadtgesellschaft

1870 beschlossen elf Männer, in Gelsenkirchen eine eigene jüdische Gemeinde zu gründen - jetzt wurde an sie erinnert

von Michael Thaidigsmann  30.08.2021

Bremen

Neue Torarolle zum Jubiläum

In der Hansestadt feierte die jüdische Gemeinschaft am Wochenende den 60. Jahrestag der Eröffnung ihrer Synagoge

von Michael Thaidigsmann  30.08.2021

Freiburg

»Gezielte Provokation«

Eine geplante Demonstration gegen Israel auf dem Platz der Alten Synagoge beunruhigt die jüdische Gemeinde

von Michael Thaidigsmann  14.05.2021

Münster

Jüdische Gemeinde wehrt sich gegen israelfeindliche Kundgebung

Gemeindechef Fehr: »Die Antizionisten wollen israelfeindliche Stereotype im öffentlichen Bewusstsein festigen«

 24.07.2020

Gespräch

Bedrohung und Staatsversagen

Der zweite »Jüdische Salon« des Zentralrats der Juden widmet sich Ronen Steinke und seinem neuen Buch

 02.07.2020

Würzburg

Gepäckstücke erinnern

Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde der »DenkOrt Deportationen 1941–1944« eingeweiht

von Stefan W. Römmelt  18.06.2020

Gemeinden

Aktiv und engagiert

Die Zentralwohlfahrtsstelle veröffentlicht ihre Statistik für 2019 – die Zahlen geben wichtige Hinweise

von Heide Sobotka  18.06.2020