Auftakt

Einmal mit den Bayern kicken

Prominente Oldies: Die Altstars kickten für einen guten Zweck und spendeten für den ligatauglichen Fußballplatz. Foto: Marina Maisel

Was beim Münchener Fußball Rang und Namen hat, kam am 25. April auf den Sportplatz des TSV Maccabi. Schließlich gab es zwei Anlässe zu feiern: den Beginn der Sommer-Saison sowie den neuen ligatauglichen Fußballplatz. »Kein schlechter Start für 2010«, betonte Maccabi-Präsident Robbie Rajber. Eingeweiht wurde der Rasen mit einer besonderen Begegnung: Eine Auswahl der Bayern-Altstars kickte gegen tapfere Makkabäer, die mit Lothar Matthäus kraftvolle Verstärkung bekommen hatten. Die einstige Nummer 10 spielte an diesem Tag mit der Kapitänsbinde von Maccabi. Das Spiel ging 1:9 verloren. Doch ARD-Moderator Günther Koch munterte die Makkabäer bei jedem Tor, das sie kassieren mussten, auf: »Macht nichts. Wir spielen ja gegen Weltmeister!«

Die Verbindung zwischen dem FC Bayern und Maccabi München ist historisch. Sie heißt Kurt Landauer. Den Namen dieses engagierten Präsidenten von Bayern München trägt auch der neue Fußballplatz. Kurt Landauer hatte die Bayern 1932 zur Deutschen Meisterschaft geführt. Kurz darauf trat er dann freiwillig von seinem Amt zurück, um als Jude dem Verein unter den Nazis nicht zu schaden.

Dass ein Großteil der Bayern ihn nicht vergaß, unterstreicht eine Geschichte, die sich während eines Gastspiels der Münchner in der Schweiz abspielte: Damals saß Landauer auf der Tribüne. Als seine Spieler ihn entdeckten, begrüßten sie ihn freudig – damals nicht gerade erwünscht im Nazi-Deutschland. Nach Kriegsende engagierte sich Landauer erneut als Präsident für die Bayern und sorgte dafür, dass sie möglichst schnell wieder ihre Lizenz erhielten.

Begeisterung Auch die Prominenz des Prestigeclubs ließ sich nicht zweimal bitten. Zur Eröffnung kamen selbstverständlich FC-Präsident Uli Hoeness und seine Vorstandskollegen Karl-Heinz Rummenige und Fritz Scherer. Begrüßt wurden sie von TV-Sport-Kommentator Marcel Reif, dessen Begeisterung für Maccabi auf die Besucher übersprang. Die Stadt München war mit Bürgermeisterin Christine Strobl vertreten.

Unter den zahlreichen Gemeindemitgliedern freute sich auch Michael Bardosch, der zu den Gründungsmitgliedern von Maccabi gehört. An einen der Ehrenpräsidenten des Vereins, der aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte, an Fred Brauner, erinnerte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch. »Der TSV Maccabi bietet eine sportliche Heimat. Das ist eine zukunftsweisende Aufgabe«, dankte sie den Verantwortlichen. Sie freute sich über die vielen Menschen, die gekommen waren – unter ihnen auch der Vorsitzende der Stadtsparkasse, Harald Ströttgen.

Gastgeschenke Fast 3.000 Menschen waren auf das Vereinsgelände gekommen. Die Messe München hatte nicht nur einen Parkplatz zur Verfügung gestellt, Messegeschäftsführer Klaus Dittrich war auch unter den Gratulanten. Als Gastgeschenk brachte er, wie viele andere Gäste auch, einen Scheck für den Sportverein mit. Alle Sponsoren sind in der eigens zu diesem Tag erschienenen Festschrift genannt.

Ein besonderes Geschenk hatten der Bayerische und der Deutsche Fußballverband (BFV und DFB) mitgebracht: ein Minispielfeld. BFV-Präsident und DFB-Vize Rainer Koch eröffnete es mit den verschiedenen Jugendmannschaften der Münchner Ligen. Ihre Anwesenheit machte deutlich, was Maccabi auszeichnet: Hier kommen Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionen zusammen. Das betonte auch DFB-Präsident Theo Zwanziger in seinem bei der Eröffnung verlesenen Grußwort.

Dass der Tag zu einem stimmungsvollen und gelungenen Saisonauftakt wurde, dazu trugen alle Akteure wie Gäste bei. Die Kinder freuten sich vor allem über die Autogramme, die sie von den Bayern-Stars bekamen. Die jüngsten Maccabi-Akteure zeigten ihr Können mit der Aufführung aus der Ballett-Gruppe. Die »Münchner Klezmerband« sorgte bereits zum Auftakt für ein jiddisches Flair.

Israelische Spezialitäten vom Grill unterstrichen ebenfalls den besonderen Charakter des jüdischen und zugleich weltoffenen Vereins. Nicht nur auf der Terrasse vor dem Vereinsheim, sondern rund um den alten Fußball- und jetzigen Trainingsplatz waren Tische und Sonnenschirme aufgestellt. Vom Baby bis zu den Urgroßeltern begeisterten sich alle für Maccabi – für Robbie Rajber und seine Crew Anlass zu Hoffnung, dass dem Verein, der unter ihrer Führung bereits von 70 auf über 1.000 Mitglieder gewachsen ist, noch viele weitere beitreten mögen.

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