Betreuung

Ein Haus für die Jüngsten

Bei der Eröffnung der Kita erobert ein Kind die Spielecke. Foto: Miryam Gümbel

Ein weiteres Stück Infrastruktur der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist Realität geworden: Seit dem 1. Juli betreibt die IKG eine eigene Kinderkrippe. Für Präsidentin Charlotte Knobloch ist dies ein weiterer Meilenstein für die Zukunftssicherung der jüdischen Gemeinschaft in München. Die IKG rundet damit ihr Angebot an frühkindlicher Betreuung und Pädagogik ab.

Eröffnet wurde die Einrichtung in Bogenhausen mit der feierlichen Anbringung der Mesusot durch Rabbiner Israel Meir Levinger. An dem Festakt nahmen nicht nur Mitglieder des IKG-Vorstandes und Vertreter der AWO München teil, die für den Betrieb der Kindertagesstätte zuständig ist. Auch viele Eltern samt ihrer Kinder waren zu der Eröffnung zahlreich erschienen. Zur Freude der Mädchen und Buben bietet die Kita für die Kleinen viele Spielecken an, die sogleich rege in Anspruch genommen wurden.

Sanierung Währenddessen hatten Eltern und Gäste Gelegenheit, die Räumlichkeiten zu besichtigen und sich von der gelungenen Arbeit des Architekten zu überzeugen. Schließlich musste der Denkmalschutz in der alten Villa mit den Bedürfnissen einer Kinderkrippe in Einklang gebracht werden. So wurden zum Beispiel schöne historische Kachelöfen mit einem Glaskasten abgeschirmt – ein Schutz für die Kinder und für das kulturhistorische Erbe des Hauses. Auch das Treppenhaus ist ein Beispiel für die behutsame Sanierung der Villa, deren Räume die Kultusgemeinde bereits Anfang der 60er-Jahre genutzt hat.

Charlotte Knobloch zeigte sich stolz darauf, dass es gelungen war, für die Kinder nur das Beste anzubieten: »Unsere Kleinsten erwartet hier eine liebevoll gestaltete Atmosphäre. Sie werden menschlich, pädagogisch, kulinarisch auf höchstem Niveau betreut und umsorgt.« Die Nachfrage nach einer Krippe sei enorm groß, betonte Knobloch. »Wir sind froh, dass wir als Gemeinde diesem Elternwunsch gerecht werden können.« Die Krippe sei ein weiterer Meilenstein für die Sicherung der jüdischen Zukunft in München.

Knobloch dankte allen, die die Realisierung möglich gemacht haben: Helfer und Unterstützer, Architekten und Bauleiter, die engagierten Mitarbeiter der AWO, Mitarbeiter der IKG sowie vor allem all jenen, die das Projekt von Anfang an finanziell oder ideell unterstützt haben. Ein besonderer Dank galt dabei der Stiftung »Wir helfen München«.

Kraftakt »Einmal mehr ist dieser Tag das Ergebnis eines gemeinsamen Kraftakts«, hob Knobloch hervor. »Ein Gemeinschaftsprojekt, dem wir uns gerne verschrieben haben, weil es unser Wichtigstes betrifft: unsere Kinder. Sie sind unser wertvollster Schatz.« Deshalb wünschte sie den Kindern Gottes Segen: »Mögen sie das hoffnungsvolle Zeichen für eine gute Zukunft sein. Eine Zukunft, in der Juden und Nichtjuden gemeinsam heranwachsen – und sich als Menschen begegnen. Eine Zukunft, in der die Attribute ›anders‹ und ›fremd‹ an Bedeutsamkeit verlieren, in der Gemeinsamkeiten in den Fokus rücken und das Trennende überwunden wird.«

Das Haus bietet rund 100 Kindern Platz. Es umfasst jeweils 50 Krippenplätze für Kleinkinder bis zu drei Jahren sowie rund 50 Kindergartenplätze. Damit kann ein wertvoller Beitrag zur Versorgung der Münchner Kinder geleistet werden. Das Angebot richtet sich an jüdische wie nichtjüdische Kinder aus der Landeshauptstadt München.

Dass die Kleinsten hier in einer herzlichen Atmosphäre betreut werden, war schon am Eröffnungstag zu sehen: Schnell setzten sich einige der Kinder zu einer der Betreuerinnen an den Tisch, um gemeinsam mit ihr zu spielen. In den Tagen darauf haben die Kinder dann gemeinsam vmit den Eltern die Gruppen und die Einrichtung kennengelernt. Neugierig erforschten sie dabei die verschiedenen Räume.

Die gute Atmosphäre bestätigten einige Eltern mit Schreiben an die Gemeinde, aus denen Präsidentin Knobloch bei der Vorstandssitzung in der vergangenen Woche zitierte. So hätten sich die Kinder bereits nach der ersten Woche vertraut in der neuen Umgebung bewegt – ein Verdienst der Pädagogen, »zu deren Herzlichkeit die Kinder bereits erstes Vertrauen aufbauen konnten«, wie eine Mutter schrieb. Auch der Kontakt unter den Kleinsten klappt schon sehr gut. Bereits am Ende der Woche kannten viele die Namen der jeweils anderen Kinder.

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