Reihe

Der Zukunft entgegen

Auch die Ohel-Jakob-Synagoge öffnet ihre Türen. Foto: Miryam Gümbel

Seit mehr als einem Jahrzehnt findet am ersten Sonntag im September der Europäische Tag der Jüdischen Kultur statt. In über 30 Ländern beteiligen sich zahlreiche Kommunen und jüdische Gemeinden. In München richtet das Kulturzentrum der IKG mit seiner Leiterin Ellen Presser diesen Event aus. Das Gemeindezentrum am Jakobsplatz bietet seit 2007 die idealen räumlichen Voraussetzungen dafür.

Dabei steht im Fokus, was das Judentum von heute ausmacht. »Facing the Future« lautet in diesem Jahr das Motto. Am Jakobsplatz wird das allgemeine Thema noch spezialisiert – »Looking Back at a Long Tradition« heißt hier der Zusatz, unter dem von 10.30 bis 22 Uhr ein umfangreiches Programm mit Musik, Kunst und Kulinarik, Ausstellungen, Vorträgen und Konzerten angeboten wird.

Los geht es mit einem Stadtrundgang unter der bewähren Führung von Chaim Frank – inzwischen ein fester und gerne angenommener Teil des Programms. Wer speziell die international viel beachtete Synagoge Ohel Jakob der Architekten Lorch Wandel Höfer sehen möchte, hat an diesem Tag ebenfalls Gelegenheit dazu.

Begegnung Die Münchner Kultusgemeinde will mit dem Programm dieses Tages allen, die sich dafür interessieren, die Gelegenheit bieten, jüdisches Leben zu verstehen und kennenzulernen. Und das an einem Ort, der inzwischen im Herzen der Stadt wieder Leben ausstrahlt und zu einem gerne angenommenen Treffpunkt der Begegnung geworden ist. Die Zusammenstellung der einzelnen Programmpunkte lässt die Besucher alle Facetten heutigen jüdischen Lebens an ausgewählten Beispielen erleben.

Dass dazu immer auch die Erinnerung gehört, unterstreicht zum Beispiel die Stadtführung durch das jüdische München. Gerade der im Münchner Untertitel angesprochene Blick auf die Vergangenheit ist für die Organisatorin Ellen Presser wichtig: »Eine Zukunft ist ohne Erinnerung nicht möglich«, betont die Tochter von Schoa‐Überlebenden. Der religiöse Aspekt lässt sich bei der Ausstellung »Biblische Grüße – Postkartenmalerei des späten 19. Jahrhunderts« erfahren. Dass das Judentum lebt, zeigt sich in den Bereichen von Bildender Kunst und Musik.

Taschkent Der Sammler Michael Nikolayev hat für diesen Anlass seine Postkartensammlung zur Verfügung gestellt, die auf Motiven verschiedener Künstler basiert, die sich mit der Tora beschäftigt haben. Der promovierte Philologe stammt aus Taschkent und war später an verschiedenen Universitäten in der Ukraine tätig. Seit 2003 lebt Nikolayev in München. Er war von der Vielfalt der biblischen Motive immer wieder begeistert und will nun auch andere daran teilhaben lassen.

Im musikalischen Teil am Abend erleben die Besucher Musik von Isaac Albéniz, Franz Liszt, Felix Mendelssohn‐Bartholdy und Robert Schumann. Die Pianistin Marina Baranova lädt zu einer »Musikalischen Reise von Wien bis Andalusien« ein, die mit Unterstützung des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Sozialabteilung der IKG ermöglicht wurde.

Die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin Baranova wird mit Werken von Schumann im kommenden Jahr eine CD einspielen. Eine Gemeinschaftsproduktion mit Giora Feidman ist bereits als CD erschienen. Die 1981 in Charkov/Urkraine geborene Pianistin ist bekannt auch durch ihre Konzerte mit dem Leipziger Gewandhaus‐Quartett.

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