Votum

Der Kandidat in Duisburg

Ganz Deutschland schaute am 12. Februar nach Duisburg, als Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) durch ein Bürgerbegehren abgwählt wurde. Am kommenden Sonntag stehen die Duisburger erneut in Sachen OB-Wahl im Fokus. Diesmal soll der Nachfolger gewählt werden. Unter den Kandidaten für das Amt ist Michael Rubinstein, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen.

Sauerland war durch seine Teilnahmslosigkeit nach der Panik bei der Loveparade 2010, bei der 21 junge Menschen starben, in die Kritik geraten. Die Initiative »Neuanfang für Duisburg« hatte schließlich durch eine Unterschriftenaktion das Abwahlverfahren gegen Sauerland erst ermöglicht. Ein Konsenskadidat, der nicht aus dem Parteiapparat der Stadt kam, sollte frischen Wind ins Rathaus bringen.

Bürgerinitiative Schließlich schickte die SPD Sören Link, einen 35-jährigen Landtagsabgeordneten, ins Rennen. Die CDU möchte nun Benno Lensdorf an der Stadtspitze sehen. Linke und Grüne stellen ihre Kandidaten ebenfalls zur Wahl. Den ursprünglichen Anspruch der Bürgerinitiative und damit den Wunsch der Bürger, die Adolf Sauerland abwählten, erfüllt im Grunde nur einer der stadtweit bekannteren Kandidaten: Michael Rubinstein. Seine Chancen standen einst gut – bis schließlich »alle anderen aus den Löchern krochen«, wie nicht wenige Duisburger jetzt klagen.

Jetzt sind seine Chancen deutlich gesunken. Die meisten Beobachter sehen im SPD-Kandidaten Sören Link das kommende Stadtoberhaupt. Spekuliert wird nur noch, ob er die absolute Mehrheit erreicht und damit eine Stichwahl vermeidet. Diese zu erreichen, gibt Michael Rubinstein derzeit zumindest als Etappenziel aus.

Und selbst, wenn das nicht gelingen sollte, sei es keine Niederlage. »Meine Stimme wird in Zukunft mehr Gehör in der Stadt finden«, ist der Kandidat überzeugt. Der Wahlkampf sei bisher nicht nur friedlich, sondern ausgesprochen freundlich verlaufen. Besonders zu Sören Link habe er ein gutes Verhältnis. Deshalb würde die jüdische Gemeinschaft unabhängig vom Wahlausgang auf jeden Fall gewinnen. Hin und wieder vernimmt man sogar aus SPD-Kreisen, dass auch die Stadt von einem OB Rubinstein profitieren würde.

Sachsen

Zahlreiche Spenden für Rettung von Synagogen-Relikt

Baumaßnahmen für die Sicherung des Mauerrests sollen im kommenden Frühjahr beginnen

 09.07.2024

Potsdam

Neues Synagogenzentrum vor Einweihung

Zu dem Festakt wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet

 04.06.2024

Berlin

Mehrere Hundert Menschen bei bunter Lag-BaOmer-Parade

Rabbiner Yehuda Teichtal: Starkes Zeichen für fried- und respektvolles Miteinander

 27.05.2024

Boris Schulman

Dieses Jahr ist Jom Haschoa anders

Zum Tag des Gedenkens an die Schoah reflektiert unser Autor die Bedeutung des Heimatbegriffs in Bezug auf Deutschland und Israel

von Boris Schulman  07.05.2024

Oldenburg

Brandanschlag auf Synagoge: Erste Hinweise auf Tatverdächtigen

Für Hinweise, die zur Tataufklärung führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt

 06.05.2024

Berlin

Zeichen der Solidarität

Jüdische Gemeinde zu Berlin ist Gastgeber für eine Gruppe israelischer Kinder

 15.04.2024

Berlin

Koscher Foodfestival bei Chabad

»Gerade jetzt ist es wichtig, das kulturelle Miteinander zu stärken«, betont Rabbiner Yehuda Teichtal

 07.04.2024

Hannover

Tränen des Glücks

Auf der Damentoilette gibt es eine Schminkorgie, während Backstage auch mal die Gefühle durchgehen. Aber »je näher der Abend, desto geringer die Aufregung«

von Sophie Albers Ben Chamo  31.03.2024

Hannover

»Alle sollen uns hören und sehen!«

Tag zwei der Jewrovision beweist, dass immer noch mehr Energie möglich ist. Nach Workshops und Super-Hawdala geht es zur Kirmes und auf die Zielgerade zur Generalprobe am Sonntagvormittag

von Sophie Albers Ben Chamo  30.03.2024