Dresden

Denkzeichen für die Klemperers

Victor Klemperer (1881–1960), bekannter Romanist und berühmt durch seine Tagebücher Foto: dpa

Dresden

Denkzeichen für die Klemperers

Die Stadt erinnert an den Autor und seine Frau

von Claudia Trache  13.10.2014 23:28 Uhr

Die Dresdner Denkzeichen erinnern an verfolgte Dresdner Juden. Seit 2004 gehören sie in verschiedenen Ortsteilen der sächsischen Metropole zum Stadtbild. Auch dem Ehepaar Eva und Victor Klemperer ist im Stadtteil Dölzschen ein solches Denkzeichen gewidmet. Es ist bereits das sechste Zeichen dieser Art in Dresden, das an historischen Orten aufgestellt wird, die mit jüdischem Leben und Leiden im Nationalsozialismus verbunden sind.

Ein erstes Denkzeichen war vor zehn Jahren aufgestellt worden und erinnert an das ehemalige Judenlager Hellerberg im Norden der Stadt. »Uns geht es um eine Auseinandersetzung mit dem Thema auf Augenhöhe«, erklärt Esther Pofahl, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die diese Art von Erinnerungsarbeit initiierte.

Spenden Die Denkzeichen sind Informationstafeln, auf denen über den jeweiligen Ort oder die Person informiert wird. Finanziert werden sie durch Spenden. Je nach Örtlichkeit werden sie als Stele aufgestellt oder als Wandtafel angebracht.

Die Stele für Eva und Victor Klemperer steht auf der Straße Am Kirschberg direkt gegenüber dem einstigen Wohnhaus des Ehepaares. Bei der Einweihung in diesem Sommer erinnerten Vertreter der Stadt, der Kirche, Mitarbeiter des Instituts für Romanistik der Technischen Universität Dresden sowie der Direktor der Dresdner Volkshochschule »Prof. Victor Klemperer«, Jürgen F. W. Küfner, an Klemperers Leistungen als Sprachwissenschaftler und sein Leben unter der Nazi-Herrschaft.

Würdigung
Heinz-Joachim Aris, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, würdigte die Tagebücher Victor Klemperers Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Sein Vater Helmut Aris hatte Klemperer 1943 bei der gemeinsamen Zwangsarbeit in der Dresdner Heilkräuter- und Teefabrik »Willy Schlüter« kennengelernt. »Zu einer Begegnung der tragischen Art wäre es gekommen, wenn die letzte Deportation wie geplant am 16. Februar 1945 durchgeführt worden wäre«, erzählt der 80-Jährige. Die Bombenangriffe vom 13. und 14. Februar 1945 retteten den Familien das Leben.

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