Berlin

Comeback in Charlottenburg

Als »DJ Technojude« will Michael Groys Clubkultur neu beleben

von Ralf Balke  07.03.2019 11:11 Uhr

Legt neuerdings im New West Club auf: Michael Groys Foto: pr

Als »DJ Technojude« will Michael Groys Clubkultur neu beleben

von Ralf Balke  07.03.2019 11:11 Uhr

Einmal ist keinmal. Aber beim zweiten Mal kann man es bereits eine Tradition nennen. Die Rede ist vom sogenannten Liquid Tuesday. Unter dem Motto »Make Techno Great Again« will Michael Groys elektronische Tanzmusik wieder zurück in den Westen Berlins holen.

Vor zwei Wochen war Première im New West Club in der Kantstraße im Bezirk Charlottenburg. Mehr als 70 Gäste kamen zu dem Event. Am 19. März soll es in die nächste Runde gehen.

Der 27‐jährige Groys ist bekennender Technofan und legt gerne selbst auf. Als »DJ Technojude« erfüllt er sich mit dieser Partyreihe, die künftig einmal im Monat stattfinden soll, einen kleinen Traum. »Juden haben in der Vergangenheit in der Geschichte Berlins immer eine bedeutende Rolle gespielt«, sagt Groys.

PARTYKONZEPT Genau daran will der DJ, der 1991 in der Ukraine zur Welt kam und als Kind mit seiner Familie nach Deutschland zog, anknüpfen. Die Party soll offen sein für alle, die gerne feiern und deswegen nicht wie so oft bei solchen Events extra in den Osten Berlins fahren wollen. »Schließlich hat die elektronische Tanzmusik ihren Anfang in den Clubs im Westen der Stadt genommen«, begründet er den Ansatz.

Wenn das Konzept von Liquid Tuesday sich erst einmal etabliert hat, kann sich Groys sehr gut vorstellen, auch hin und wieder DJs aus Israel einzuladen und einen Austausch von Musikern zu initiieren. »Als Partymetropolen haben Berlin und Tel Aviv bekanntermaßen sehr viel gemeinsam – beides sind Städte, die niemals schlafen.«

Sein Alias hat sich Groys, der auch beruflich viel mit Musik zu tun hat – er arbeitet als politischer Berater bei der Bertelsmann‐Tochter BMG –, ebenfalls ganz bewusst ausgesucht.

»Vielleicht schockiert der Name ›Technojude‹ am Anfang etwas«, so seine Erklärung. »Die Idee dahinter ist es, das Wort ›Jude‹ hierzulande in einen anderen, positiven Kontext als lediglich mit der Vergangenheit in Verbindung zu bringen.« Seine Devise lautet daher: »Ich glaube an eine elektronische und jüdische Zukunft in Deutschland.«

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