Rheinland

Cocktail und Kontakte

Referent beim After-Work-Treff: Aaron Rothe Foto: Alexander Stein

Nicht weit vom Kölner Stadtzentrum befindet sich das ehrwürdige und monumentale Hotel im Wasserturm. Hier lauschten vergangene Woche 15 Zuhörer dem Referenten Boris Aaron Rothe. Der ist Rechtsanwalt, spezialisiert auf Film- und TV-Recht sowie Urheber- und Wettbewerbsrecht. Als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Köln kennt er die theoretische Seite, als Anwalt vieler prominenter Sportler, Schauspieler und Politiker aber auch die praktischen Aspekte des Rechts.

Erfahrungsaustausch Während noch weitere Interessierte dazustoßen, begrüßt Gastgeberin Chana Bennett die Gäste mit Cocktails. Schon zum zweiten Mal organisiert die 44-Jährige dieses »After-Work-Treffen«. Jeden Monat möchte die neue Eventmanagerin der Jüdischen Gemeinde Köln jungen berufstätigen Juden die Chance geben, sich mit Referenten aus unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Wirtschaft oder Wissenschaft zu treffen und in geselliger Runde Erfahrungen, Ideen und Wissen auszutauschen.

Es sollen Abende sein, an denen sich die Teilnehmer unkompliziert kennenlernen und auch berufliche Kontakte knüpfen können. Die meisten erreichte Bennett über die Facebook-Gruppe »Jewish in Köln« und den Verteiler der Kölner Gemeinde – allerdings stehen die Treffen allen Juden aus Nordrhein-Westfalen offen. Diesmal sind einige extra aus Düsseldorf angereist.

Internet An diesem Abend diskutiert man vor allem rechtliche Fragen zum Bloggen, zum Downloaden und der Benutzung von Streaming-Seiten. Ein Teilnehmer ärgert sich über den Umstand, dass das Herunterladen von Videos und Filmen immer häufiger als illegal eingestuft werde. Er hält das für unzeitgemäß. Rothe allerdings sieht auch die Notwendigkeit: »Die meisten Filme werden defizitär produziert und spielen nur noch 60 Prozent ein.« Warum dann überhaupt noch produziert wird? »Alle hoffen auf den Blair-Witch-Project-Effekt« – auf einen Film also, der nicht viel kostet und Millionen einspielt.

Hin und wieder schweifen die Nachfragen und Erzählungen ab. Offen spricht Rothe auch über »Gesinnungsanwälte«, wie er sie nennt. Die gingen regelmäßig auf Demonstrationen – mit gelben Westen, auf denen »Legal Team« steht. Davon halte er nicht so viel. Oder doch? »Ich will eigentlich auch nur so eine Weste – ich geb’s ja zu!«, sagt er augenzwinkernd.

kontrolle Bis zum Schluss gibt es Fragen: Kann man das Internet kontrollieren? Soll man das überhaupt? Wie schafft man einen gerechten Ausgleich zwischen Staat, Firmen und Nutzern? »Dafür, dass ihr für alles eine Definition habt, ist die letzte Entscheidung dann doch sehr subjektiv«, urteilt ein Diskutant zum Schluss kritisch über Juristen. Man kann es eben nicht allen recht machen.

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Grünen-Ministerin Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit

 14.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026

Straßenfest

Chabad Berlin feiert 30. Jubiläum

Drei Jahrzehnte jüdisches Leben: Mit einem Straßenfest möchte eine jüdische Gemeinde in Berlin nicht nur die eigene Geschichte feiern. Es soll auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden

 20.08.2026

Frankfurt am Main

Motty Steinmetz stimmt auf die Hohen Feiertage ein

Es dürfte es ein Abend werden, bei dem Musik und Spiritualität besonders eng miteinander verbunden sind

 20.08.2026