Frankfurt

Bye-bye, Mister ZWST!

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) verabschiedet sich von einer Institution. Am 1. Juli geht Benjamin Bloch in den Ruhestand und übergibt an Aron Schuster, der in Zukunft den Verband als Direktor leiten wird. Mehr als 40 Jahre hat Beni Bloch (wie er von allen genannt wird) für den jüdischen Dachverband auf sozialem Gebiet gearbeitet, jetzt legt er die Geschäftsführung in jüngere Hände.

»Was kann man über BB schreiben, ohne den Rahmen dieses Blattes zu sprengen?«, fragt sich Abraham Lehrer in der jüngsten Ausgabe des ZWST-Mitteilungsblattes. Der gute Ruf der ZWST sei vielen Menschen und Mitarbeitern zu verdanken, doch Bloch habe stets den gesamten Verband im Auge behalten. Er sei gleichermaßen Garant für Kompetenz und Warmherzigkeit gewesen. Sein jüdisches Herz sei sprichwörtlich.

Respekt »Wir haben unsere Augen und Ohren, unser Gefühl für die Probleme der Gemeinden immer dort gehabt, wo es nötig war. Unser Direktor hat unseren Verband zu dem gemacht, was er heute ist«, schreibt Lehrer, der Präsident des ZWST ist. Das Ansehen der ZWST sei sowohl in der jüdischen wie der nichtjüdischen Gemeinschaft in Deutschland hoch. »Beni Bloch ist der Hauptverantwortliche für dieses großartige Bild in der Öffentlichkeit. Nicht umsonst habe ich ihm den Beinamen ›Mr. ZWST‹ gegeben.« Auch auf europäischer Ebene und vor allem in Israel genieße Beni Bloch und damit auch der Verband höchsten Respekt.

Blochs Engagement ist legendär. Begriffe wie Überstunden, Feierabend oder Urlaub schienen in seinem Wortschatz nicht vorzukommen. Für Beni müsste man das Sprichwort vom 25-Stunden-Tag sicherlich in 27-Stunden-Tag umformulieren. Sein Ideenreichtum, soziale Projekte anzustoßen, war unerschöpflich. »Und die meisten Projekte haben ihren festen Platz im Programm der ZWST gefunden«, betont Lehrer und nennt als Beispiele Aktivitäten in Berlin, die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und das »Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment«.

Letzteres stärkt den kontinuierlichen Einsatz der ZWST gegen Antisemitismus, den Beni Bloch initiiert hat. Die gelungene Integration der zahlreichen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion ist ebenfalls Blochs Einsatz und seinen Aktivitäten zu verdanken. Kam jemand mit einer Bitte, habe er kaum Nein sagen können. »Beni Bloch ist gelebte jüdische Tradition, verbunden mit jüdischem Wissen und seiner praktischen Umsetzung. Vielen Dank für alles!«

Generation Mit Aron Schuster tritt ein Vertreter der jüngeren Generation an die Spitze des Vereins. Sein Studium der Betriebswirtschaft, seine Erfahrung als Madrich und Co-Rosch prädestinierten ihn für die Position des Direktors, schreibt Lehrer. Seit vier Jahren hat sich Schuster bereits im ZWST-Team orientiert und alle Abteilungen durchlaufen.

Bei den Kolleginnen und Kollegen genieße er schon jetzt hohes Ansehen. Der 33-Jährige werde sicherlich einige Dinge umstellen, »aber auch vieles beibehalten, was er von Beni übernommen hat«, ist sich Lehrer sicher. Seinem »Freund Beni Bloch« wünscht Lehrer »weiterhin viel Schaffenskraft und vor allem Gesundheit; Aron Schuster Erfolg in der neuen Position, aber auch Spaß an seiner Arbeit«.

www.zwst.org

Boris Schulman

Dieses Jahr ist Jom Haschoa anders

Zum Tag des Gedenkens an die Schoah reflektiert unser Autor die Bedeutung des Heimatbegriffs in Bezug auf Deutschland und Israel

von Boris Schulman  07.05.2024

Oldenburg

Brandanschlag auf Synagoge: Erste Hinweise auf Tatverdächtigen

Für Hinweise, die zur Tataufklärung führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt

 06.05.2024

Berlin

Zeichen der Solidarität

Jüdische Gemeinde zu Berlin ist Gastgeber für eine Gruppe israelischer Kinder

 15.04.2024

Berlin

Koscher Foodfestival bei Chabad

»Gerade jetzt ist es wichtig, das kulturelle Miteinander zu stärken«, betont Rabbiner Yehuda Teichtal

 07.04.2024

Hannover

Tränen des Glücks

Auf der Damentoilette gibt es eine Schminkorgie, während Backstage auch mal die Gefühle durchgehen. Aber »je näher der Abend, desto geringer die Aufregung«

von Sophie Albers Ben Chamo  31.03.2024

Hannover

»Alle sollen uns hören und sehen!«

Tag zwei der Jewrovision beweist, dass immer noch mehr Energie möglich ist. Nach Workshops und Super-Hawdala geht es zur Kirmes und auf die Zielgerade zur Generalprobe am Sonntagvormittag

von Sophie Albers Ben Chamo  30.03.2024

Jewrovision

Perfekter Auftritt

Der Countdown zur 21. Jewrovision läuft. Rund 1300 Teilnehmer und Gäste aus den deutschen Gemeinden purzeln in Hannover aus den Bussen und bereiten sich auf das große Finale am Sonntag vor: Time to Shine!

von Sophie Albers Ben Chamo  29.03.2024

Hannover

Tipps von Jewrovision-Juror Mike Singer

Der 24-jährige Rapper und Sänger wurde selbst in einer Castingshow für Kinder bekannt

 26.03.2024

Berlin

Purim für Geflüchtete

Rabbiner Teichtal: »Jetzt ist es wichtiger denn je, den Geflüchteten die Freude am Feiertag zu bringen«

 21.03.2024