Sinai-Schule

Burgfräulein und Bratäpfel

Rennen, toben, Purzelbäume: Auf der Sommerparty im Hubert-Burda-Saal hatten die Schüler ihren Spaß. Foto: Miryam Gumbel

Zum Abschluss des Schuljahres besuchten die Sinai‐Schüler die Burg Schwaneck in Pullach im Süden von München. Das im 19. Jahrhundert gebaute und der mittelalterlichen Architektur nachempfundene Gebäude gehört heute dem Kreisjugendring München‐Land und dient unter anderem als Jugendherberge.

Hier tauchten die Kinder der Sinai‐Schule in die Welt von Burgen und Rittern ein, die ihnen Spiel und Lernen gleichermaßen ermöglichte. Sie bastelten Helme und Rüstungen. Und auch das Zubereiten von Bratäpfeln machte allen Spaß.

Einmal ohne Besteck zu essen, war für viele Schüler ein außergewöhnliches und vor allem erlaubtes Erlebnis. Organisiert hatte das Fest in diesem Jahr der Elternbeirat der Schule. Dessen Vorsitzende begrüßte im Hubert‐Burda‐Saal zunächst die Kinder, deren Familien und die weiteren Gäste aus der Sinai‐Schule und der Kultusgemeinde.

leiter Mit einem Programm aus Liedern und Tänzen ließen sich alle dann auf einen fröhlichen und abwechslungsreichen Nachmittag in den Räumen der Sinai‐Schule einstimmen. Der Vorsitzende der IKG‐Schulkommission, Michael Fischbaum, überbrachte Grüße von Präsidentin Charlotte Knobloch.

Er dankte Lehrern und Elternbeirat für ihr Engagement. Zu den Kindern sagte er: »Ihr seid nach diesem Schuljahr wieder eine Stufe weiter und die Kinder der vierten Klasse haben die höchste Stufe sogar bei uns beendet und fangen an einer neuen Schule wieder unten an.« Denn, so zitierte er Rabbi Leon von Modena, »wer auf eine Leiter will, muss auf der untersten Stufe einsteigen«.

Die Kinder bekommen an der Sinai‐Schule der IKG eine umfassende und abwechslungsreiche Ausbildung, unterstrich Fischbaum. Dazu zählen zum Beispiel auch Ausflüge in die Internationale Jugendbibliothek nach Schloß Blutenburg. Der Besuch der Münchner Museen leiste einen wichtigen außerschulischen Beitrag zu den naturwissenschaftlichen und künstlerischen Fächern.

»Als eine Konfessionsschule jüdischen Glaubens haben wir auch die Liebe zu Israel auf dem Programm. Daher ist das Israel‐Projekt besonders zu begrüßen, das unser Land so facettenreich erklärt«, unterstrich der Vorsitzende der Schulkommission. Hebräisch gehört ebenso dazu wie der Religionsunterricht.

Neugier »Wir Juden, als Volk des Buches, haben seit Jahrtausenden eine, ich möchte fast sagen, angeborene Neugier auf Wissen«, sagte Fischbaum. »Denn das Schicksal unseres Volkes hat oft gezeigt, dass man alles verlieren kann, nur nicht das, was man in seinem Kopf und in seinem Herzen trägt! Das kann einem keiner nehmen!« In der Sinai‐Schule würden aber auch Kinder mit Migrationshintergrund in speziellen Deutschkursen gefördert. Unterricht in englischer Sprache für Muttersprachler und Computer‐Unterricht seien weitere Angebote.

Zum Abschluss seiner Ansprache gab Fischbaum den Mädchen und Jungen noch ein Motto mit auf ihren künftigen Weg: »Erhaltet euch eure Lebensfreude, Neugier und geht immer einen geraden Weg!« Dann ging es hinauf in die Schulräume, in denen für den weiteren Nachmittag, Spiel, Spaß und Essen auf dem Programm standen. Die Speisen waren nicht aus der Mittelalter‐Küche. In der Mensa gab es Essen aus dem Gemeinderestaurant Einstein.

Zudem waren, insbesondere mit Unterstützung aller Abteilungen des Jugendzentrums Neshama mit seinem Leiter Marat Schlafstein viele Spielstationen vorbereitet worden. Es gab einen Zirkus, eine Bastel‐ sowie eine Spielgruppe, eine Schmink‐Station und ein Fotostudio. Am Tischkicker wetteiferten die Kinder miteinander.

Riesig Eindruckvoll waren auch die mit festlichen traditionellen Gewändern kostümierten Stelzenläufer, die sich in allen Räumen aufhielten. An einem Klettergerüst stürmten die Kinder ganz nach oben, um mit den Riesen‐Gästen auf Augenhöhe zu sein.

Wer sich über die Arbeit der Sinai‐Schule informieren wollte, fand an einem Infotisch in der Aula Material. Wichtiger, und das war von vielen der Erwachsenen zu hören, war die Begegnung zwischen Eltern und Lehrern bei einem unbeschwerten Miteinander, während sich der Nachwuchs an dem breiten Spielangebot begeisterte.

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