Frankfurt

Bühnenreif

Mit mächtiger Stimme: The Voice of Germany erwächst in Frankfurt große Konkurrenz. Foto: Rafael Herlich

Es gehört schon etwas dazu, als zehnjähriger Junge in enge weiße Strumpfhosen zu schlüpfen, sich einen Brautschleier ans Handgelenk zu binden und vor Klassenkameraden, Lehrern, Eltern, Omas und Opas auf der Bühne zu rocken. »Mut tut gut«, hieß das Motto der Purimfeier an der I.E.-Lichtigfeld-Schule, obwohl damit eher an die Furchtlosigkeit Esthers erinnern werden sollte, die sich vor dem persischen König zu ihrem jüdischen Volk bekannte, um es vor der drohenden Auslöschung durch den Schurken Haman zu bewahren.

Dennoch: Allen Vorurteilen zum Trotz, Ballett sei Mädchenkram, legten Janik, Jeremy und Benny aus der vierten Klasse gemeinsam mit ihren Schulfreundinnen Elisa und Chanel als Tanzformation »Janik & Friends« bei der Purim-Talentshow einen furiosen Auftritt hin. Organisiert war die Show, die in diesem Jahr bereits zum vierten Mal stattfand, von der Nachmittagsbetreuung EmunaScheli an der LichtigfeldSchule. Die Choreografie zu dem Lady-Gaga-Song »Bad Romance« hatte Janik selbst geschaffen. Der Tanz wirkte so leidenschaftlich, dass das Publikum tobte und eine Zugabe forderte. Um es vorwegzunehmen: Die »Fantastischen Fünf« belegten am Ende tatsächlich den ersten Platz.

Jury Die Entscheidung fiel der Jury, bestehend aus Schulleiterin Noga Hartmann, Bibliotheksaufsicht Ina und Gesangslehrerin Inka, keinesfalls leicht, so viele beeindruckende Auftritte waren eine Woche nach Purim zu bestaunen. Tamar und Orel aus der neunten Klasse, die als Moderatoren mit Charme und Professionalität durchs Programm führten, befürchteten schon: »Hoffentlich kommt Hollywood nicht vorbei und wirbt euch ab!«

»Eine Schule – viele Talente« hatte Rachel Jovic, die Leiterin von EmunaScheli, den Wettbewerb 2015 überschrieben. Und wer weiß, vielleicht erlebte das Publikum an diesem Abend, wie ein Star geboren wurde. Die kleine Tamar zum Beispiel, ein zartes Stimmwunder, die mit ihrer Interpretation von »Let it go« den dritten Platz errang. Oder Chanel, die Vorjahressiegerin, die mit ihrer A-cappella-Version von »All of me« musikalisch beeindruckend und selbstbewusst den zweiten Platz belegte.

Talente Dasselbe galt für Warwara – auch sie schon einmal Siegerin im Wettbewerb, sang gefühlvoll und mit klarer, weittragender Stimme die Ballade »Stay«. Die Elfjährige gilt schon als »feste Größe« im schuleigenen Showprogramm, sagte Rachel Jovic. Wie auch die Pianistinnen Mia und Maja, die vier Glamour-Girls mit dem Cup-Song und »Shake it up« oder die kleinen Balletttänzerinnen mit ihrer Tarantella. DSDS und The Voice Kids haben ernstzunehmende Konkurrenz, jedes Frühjahr, live aus Frankfurt.

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