Frankfurt/Main

Aus Freundschaft wird Hilfe

Auf der Bühne, bei den Gästen und an den Tischen: Alexandra Slavia schien überall gleichzeitig zu sein. Der temperamentvolle Auftritt der virtuosen Geigerin zählte zu den Höhepunkten der von Ralph Morgenstern moderierten WIZO-Patenschaftsgala »One Night for Children«. Rund 250 Gäste waren der Einladung der zionistischen Frauenorganisation ins Frankfurter Hotel Hilton gefolgt, um unterhalten zu werden und zu spenden.

Ziel des Abends war, unter dem Motto »WIZO öffnet die Türen für eine bessere Zukunft« möglichst viele Paten für jene Kinder zu finden, die in den Kindertagesstätten der Frauenorganisation in Israel betreut werden.

Kampfansage Dabei wurde Diana Schnabel, Präsidentin von WIZO Deutschland, in ihrer Ansprache ungewöhnlich politisch. Sie sprach von der steten Bedrohung, in der sich Israel befinde, stellte fest, dass sich das Klima gegenüber Juden in Europa deutlich verschlechtere, und gab sich kämpferisch: »Wir lassen uns von niemandem sagen, wie wir unser Verhältnis zu Israel gestalten und wie wir unsere Religion leben sollen!« Den Gästen dankte sie dafür, »dass sie mit ihrer Teilnahme auch die Solidarität mit Israel« bekundeten.

Die Verbindung zum jüdischen Staat brachte Jörg-Uwe Hahn, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Hessen, sehr deutlich zum Ausdruck: »Wir haben aus der Geschichte heraus eine große Verantwortung für das Land Israel. Und diese Verantwortung dürfen wir nicht vergessen«, sagte er mahnend. Die WIZO spiele dabei eine wichtige Rolle, denn sie sei »Brückenbauer zwischen Deutschland und Israel«. Dies sei einer der Gründe, warum die »Landesregierung so große Achtung vor den WIZO-Damen« habe.

Unterstützung Bewunderung zollte auch der ehemalige Schwimmstar und die heutige Fachkommentatorin unter anderem bei den Olympischen Spielen in London, Franziska van Almsick. Sie ist mit WIZO-Frau Nicole Faktor befreundet, dennoch sei »vieles, was ich heute Abend über die WIZO gehört habe«, neu für sie gewesen. »Und es hat mich überzeugt«, sagte die 34-Jährige. Deshalb hat van Almsick, die mit ihrem 2010 gegründeten Verein »... für Kinder« Spenden sammelt, um Kindern die Möglichkeit zu geben, richtig schwimmen zu lernen, denn auch »sofort einige Patenschaften« übernommen. Undzwar sage und schreibe 22.

Musikalische »Rote Rosen« für die WIZO-Damen gab es von der Gruppe Adoro. Zu den fünf Opernsängern zählt auch der in Israel geborene Assaf Kacholi, der freimütig gestand: »Es ist besonders schön für mich, hier zu singen.« Zumal die Lieder von Adoro »viel mit Liebe zu tun« haben, und das habe die Arbeit der WIZO ja auch. Beiderlei Zuneigungsbekundungen war es nur konsequent, dass Schnabel nach diesem Auftritt ganz aus dem Häuschen geriet und laut eine Zugabe forderte, die sie freilich auch bekam.

Bilanz Zum Abschluss der Gala raubten Artisten aus dem Frankfurter Varieté-Theater Tigerpalast den Gästen dann noch einmal den Atem, bevor der Abend weit nach Mitternacht seinen Abschluss fand. Und die Bilanz des Spendengala kann sich sehen lassen: Es sind rund 600 Patenschaften gezeichnet worden. Die Übernahme einer Patenschaft in Höhe von 500 Euro ermöglicht es, ein Kind ein Jahr lang in einer Tagesstätte der WIZO zu betreuen.

Rund 14.500 Kinder im Alter von drei Monaten bis zu vier Jahren werden derzeit von diesen WIZO-Institutionen versorgt. Unter anderem betreibt die Frauenorganisation vier spezialisierte Tagesstätten, die den Bedürfnissen autistischer Kinder entsprechen. Zudem stehen ihnen Mehrzwecktagesstätten zur Verfügung. Soziale Betreuungsangebote für Eltern und Kinder sind ein wesentlicher Bestandteil des Programms.

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