Antisemitismus

Angriff in Hamburg

Hamburgs Landesrabbiner Shlomo Bistritzky Foto: Gesche-M. Cordes

Antisemitismus

Angriff in Hamburg

Rabbiner Bistritzky und Vorstand attackiert

 27.06.2019 09:50 Uhr

Der 45-jährige Marokkaner, der am vergangenen Donnerstag Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und das Vorstandsmitglied Eliezer Noe beim Verlassen des Rathauses attackiert und bespuckt hat, soll psychisch krank sein. Das meldet zumindest die »Bild«-Zeitung vom 22. Juni.

Die beiden Männer hatten nach einem Termin mit Bürgermeister Peter Tschentscher gegen 14.40 Uhr das Rathaus verlassen, als sie von einem Mann angesprochen wurden. »Er grüßte uns erst mit ›Shalom‹«, zitiert die »Bild« den Landesrabbiner, »dann sagte er etwas, das wie ein Schimpfwort klang. Dann hob er die Fäuste«, berichtet Bistritzky weiter.

Messer Als der Mann schließlich ein Feuerzeug entzündete und in ihre Richtung hielt und sich unter das Hemd griff, befürchteten die Männer, das er ein Messer hervorziehen würde. Sie riefen daher einen nahestehenden Polizisten herbei. Als der Beamte den Angreifer stoppen wollte, warf dieser seinen Ausweis nach ihm, berichtet die »Bild-Zeitung« weiter. Er habe Bistritzky und Noe sowie den Beamten weiter bespuckt und konnte nur mit Pfefferspray gestoppt werden. »Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass so etwas in Hamburg passiert – und dann noch an diesem Ort«, sagte Bistritzky dem »Hamburger Abendblatt«.

Hamburgs Bischöfing Kirsten Fehrs äußerte sich zornig über die Attacke.

Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs äußerte sich zornig und erschüttert über die antisemitische Attacke auf Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und ein Vorstandsmitglied. Sie habe Bistritzky und der Jüdischen Gemeinde ihre Solidarität auch im Namen der Nordkirche erklärt, sagte Fehrs auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund. Bürgermeister Tschentscher war entsetzt: »Ein Angriff auf unsere jüdischen Mitbürger ist ein Angriff auf uns alle«, sagte er der »Bild«. Die Hamburger CDU fordert die Ausweisung des Tatverdächtigen.

Seevetal Der Angreifer soll nach Recherchen der »Bild-Zeitung« in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Seevetal leben und durch kleinere Delikte bereits polizeibekannt sein. Dennoch habe der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.  ja

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