Dortmund

Andenken an Max Girgulski

Susana Baron, die Tochter von Max Girgulski übergibt das Meisterschaftstrikot. Foto: DFM/Kobow

Ein einzigartiges Zeugnis deutscher Fußballgeschichte ist seit Sonntag im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zu besichtigen. Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung übergab Susana Baron, die Tochter des jüdischen Fußballspielers Max Girgulski, dem Fußballmuseum das einzig erhaltene Trikot vom deutschen Makkabi-Meister 1936, Bar Kochba Frankfurt. Ihr Vater trug es beim Meisterschaftsspiel.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Mark Dainow, erinnerte in seiner Rede zum 9. November daran, wie jüdische Sportler ab 1933 Sport nur noch in jüdischen Vereinen treiben konnten. Nach der Pogromnacht durften sie überhaupt nicht mehr organisiert Sport treiben. Max Girgulski gelang die Flucht nach Südamerika. In seinem Gepäck befand sich sein Meisterschaftstrikot von 1936.

Begegnungen Sport und vor allem Fußball verbinde, betonte Dainow in seiner Rede. Vielleicht sei sogar der Sport der Bereich, »in dem sich wirklich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen, unabhängig von Herkunft, Einkommen und Bildungsgrad«, sagte Dainow. Die Nationalsozialisten hatten den Wert des Sports erkannt und für ihre politischen Zwecke missbraucht.

Bayern München und Borussia Dortmund sind Vorbilder im Kampf gegen Antisemitismus in Fußballstadien.

»Wir hören, wie in Fußballstadien antisemitische Schmährufe gebrüllt werden. Damals vor 80 Jahren war das gang und gäbe«, sagt Dainow und appellierte: »So etwas darf nie wieder alltäglich werden.« Fußballklubs wie der 1. FC Bayern, der die Geschichte seines jüdischen Präsidenten Kurt Landauer aufgearbeitet hat, oder Borussia Dortmund, der die jüdische Gedenkstätte Yad Vashem unterstützt, seien Vorbilder im Kampf gegen Antisemitismus in Fußballstadien. »Nur so können wir heute die Lehren daraus ziehen und es besser machen.«

Lob Dainow lobte die Schülerinnen und Schüler aus Dortmund, die den Lebensweg des jüdischen Fußballspielers Max Girgulski im Dritten Reich nachzeichneten. Wichtig sei auch, dass über die Rolle und den Beitrag jüdischer Spieler im deutschen Fußball öffentlich gesprochen und diese dokumentiert würden.

Die Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Stefanie Schüler-Springorum, griff in ihrem Vortrag »Fußball und Antisemitismus« das Thema aus wissenschaftlicher Perspektive auf. Dazu diskutierten Vertreter aus Fußball und Gesellschaft über Antisemitismus im heutigen Sport. ja

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