Laudatio

»Wie eine Bitte um Beistand«

»Wie eine Bitte um Beistand«

Auszüge aus
Wolf Biermanns Laudatio

... Ihnen die obligate Lobrede zu liefern, ist mir eine peinliche, soll heißen schmerzhafte Ehre. Ja, Ehre sage ich, und gebrauche dieses heikle Wort ohne Augenzwinkern, etwa zur Besänftigung für mein linksalternaives Klientel. Und schmerzhaft, denn ich bin ein geborener Linker. Sie sind eine geborene Rechte. Sie Christin, ich Atheist. Wir passen schön schlecht zusammen, das macht die Konstellation interessant …
... Sie sind die Tochter eines evangelischen Pfarrers, der in der DDR-Diktatur dem Kaiser gab, was des Kaisers ist. Aber wenn er Ihnen einen tiefen Glauben an den Christengott eingepflanzt hat, dann ist seine Tochter Angela dem Gott der Juden noch näher als ich, Sohn eines gottlosen Juden ...
... Ich hoffe, Sie sehen mir das offene Wort nach: Mir kommt auch Ihre Auszeichnung mit dem Leo-Baeck-Preis heute vor wie eine Bitte um Beistand, ein Appell an Menschen in Deutschland, die Einfluss haben auf die Politik der Bundesrepublik gegenüber den Juden im eigenen Lande und gegenüber dem Staat der Juden im Nahen Osten ...
... Sie, Angela Merkel kommen mir vor, wie solch ein gelungenes Zufallsprodukt der Weltgeschichte. Was für eine wunderbar verdrehte Welt. Ausgerechnet das Menschenkind Angela aus dem Pfarrhaus, das prima Russisch gelernt hat in der DDR, wo kein normaler Schüler Russisch lernen wollte, redet nun Tacheles mit den Russen ...
... Ihr verblüffender Aufstieg vom belächelten Ostmädchen des Kanzlers Kohl zu Schröders Fiasko und nun zu einer weltweit beachteten Frau hat, vermute ich, seinen Grund auch in Ihrer lehrreichen Erfahrung als Untertan in einem totalen Regime, wie es die DDR war. Wer von klein auf in einer totalitären Diktatur lebte, der hasst die Freiheit, weil er sie fürchtet, oder er liebt die Freiheit mit um so größerer Inbrunst. Gewiss, Sie sind ein Ost- mensch, aber kamen mir nie wie ein Ossi vor. Sie sind längst eine Deutsche geworden, die in keine West- oder Ostschublade reinpasst ...

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025

Bulletin

Terrorangriff in Sydney: 20 Verletzte weiter im Krankenhaus

Fünf Patienten befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden in kritischem Zustand

 17.12.2025

Terror

Polizei: 9 Tote bei Angriff in Sydney

Was bislang bekannt ist - und was nicht

 14.12.2025

Sydney

Jewish organizations decry the »scourge« of antisemitism

This time the focus is on Australia. It is hosting a conference of the international Jewish initiative »J7.« The group is presenting figures on Jew-hatred on the continent – and speaks of historic highs.

von Leticia Witte  03.12.2025

Kino

Blick auf die Denkerin

50 Jahre nach Hannah Arendts Tod beleuchtet eine Doku das Leben der Philosophin

von Jens Balkenborg  02.12.2025