Kunst

Vielstimmig

von Wladimir Struminski

Israelis konsumieren viel Kultur. Und viele Kulturen, sind doch in dem kleinen Land Juden und Araber, Aschkenasim und Sefardim, Alteingesessene und Immigranten aus aller Herren Länder zu Hause. Drei von zehn israelischen Juden sind Einwanderer. Hebräisch, Arabisch und Russisch tragen das Gros der Kulturproduktion, doch wird Kultur auch auf Englisch und Französisch, auf Jiddisch und Ladino, auf Amharisch und Aramäisch und in einer Vielzahl von weiteren Sprachen gemacht, wie sie kaum ein anderes Land vorweisen kann.
Nach den jüngsten verfügbaren Angaben gaben die Israelis im Jahr 2006 allein für Musik und bildende Kunst umgerechnet anderthalb Milliarden Dollar aus – immerhin 1,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Literatur, bildende Kunst und Pflege des Kulturerbes schlugen mit 800 Millionen Dollar zu Buche, doch werden die klassischen Kulturgebiete vom Bereich TV, Radio, Kino und Fotografie überholt, in dem 1,7 Milliarden Dollar umgesetzt wurden.
Das Theater ist in Israel eine Großmacht. Jährlich gehen rund 13.000 Aufführungen über die Bühne. Bei einer Bevölkerung von etwas über sieben Millionen dürfen sich die Theater jährlich auf vier Millionen Gäste freuen. Mit dem Vormarsch des Satelliten- und Kabelfernsehens – acht von zehn Haushalten verfügen über Multikanal-TV – schießt auch der Spielfilmkonsum in die Höhe. Durch Sendelizenzauflagen versucht die Regierung, einen Mindestanteil einheimischer Produktionen zu sichern. In den Kinos herrschen US-Streifen vor, allerdings finden Jahr für Jahr über 20 einheimische Produktionen den Weg zur Leinwand.
Wer aktiver als im Kinosessel genießen will, kann eines der rund 200 Museen besuchen, vom weltberühmten Israel-Museum in Jerusalem über das Museum für das Erbe Menachem Begins bis hin zum Museum der beduinischen Kultur.
Pro Jahr kauft der Durchschnittsisraeli fünf Bücher. Allerdings lesen vor allem die Jüngeren lieber Zeitung. Neben den drei großen Tageszeitungen Yediot Ahronot, Maariv und Haaretz erscheinen auch eine Wirtschaftszeitung, drei ultraorthodoxe Tagesblätter, eine rechts-nationalreligiöse Zeitung und Dutzende von Wochenmagazinen. Nicht minder reichhaltig ist die russischsprachige Presselandschaft mit Flaggschiffpublikationen wie Westi und Nowos- ti Nedeli und einer breiten Palette anderer Publikationen. Arabische Zeitungsleser greifen vor allem zu Kul al-Arab, Banurama oder Al-Sinara.

Rubrik

Zitat der Woche

Jüdische Allgemeine vom 26. September 2019

 10.10.2019

Grossbritannien

Der Mops, die rechte Pfote und der Hitlergruß

Jüdischer Verband kritisiert BBC: Sender zeigt Film über verurteilten Schotten und dessen umstrittenen Hund Buddha

 05.08.2019

Pferdesport

Israelin Dani G. Waldman siegt vor Ludger Beerbaum

Bei der dritten Auflage des Fünf-Sterne-Reitturniers in Berlin gewinnt die für Israel startende Amerikanerin 

 27.07.2019

Milton Glaser

Er liebt New York

Der US-Designer feierte seinen 90. Geburtstag

von Christina Horsten  26.06.2019

Frankfurt

»Emotionaler Anker«

Die Bildungsabteilung im Zentralrat veranstaltet eine Tagung zur Geschichte der jüdischen Jugendbewegung

von Eugen El  06.06.2019

Fußball

»Wusste nicht, was Nazi-Gruß ist«

Torwart des Premiere-League-Clubs Crystal Palace entgeht mit einer sehr besonderen Begründung einer Strafe

 16.04.2019