George W. Bush

Viel Freund, viel Ehr

Typisch Schimon Peres. Zum 60. Jubiläum der Staatsgründung wollte Israels Staatsoberhaupt nicht nur die Vergangenheit Revue passieren lassen, sondern auch in die Zukunft blicken. »Mit dem Gesicht zum morgen« lautete das Motto, unter dem Pe-
res in der vergangenen Woche Prominente aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zu einer Konferenz in Jerusalem eingeladen hatte. Und weil Peres der beliebteste Israeli der Welt ist, kam die Prominenz in Scharen. Interessanterweise waren es vor allem ehemals sozialistische oder aber schwarzafrikanische Staaten, die sich von ihren Präsidenten vertreten ließen, ob Lech Kaczynski aus Polen und Wiktor Juschtschenko aus der Ukraine, Bamir Topi aus Albanien oder Paul Kagame aus Ruanda – um nur eine Auswahl zu nennen.
Wer aber den zweieinhalbtausend Gästen die Show stahl, war George W. Bush. Der US-Präsident kam nicht nur zur Konferenz, sondern stattete Amerikas engstem Verbündeten in Nahost gleich einen dreitätigen Staatsbesuch ab. Und wer noch Zweifel an Bushs Freundschaft zum Judenstaat gehabt haben sollte: Mit seiner Rede vor der Knesset waren diese endgültig zerstreut. Am Rednerpult formulierte der Gast – in Israel deutlich beliebter als in seiner Heimat – nicht nur sein politisches Credo, sondern auch seine religiös geprägte Verbundenheit mit dem Volk der Bibel. Israels Gründung, so Bush, war »die Einlösung eines alten, Abraham, Moses und David gegebenen Versprechens – eine Heimat für das auserwählte Volk: Eretz Israel«. Während seines Be-
suchs habe er, so der US-Präsident weiter, Massada besucht. »An diesem historischen Ort«, gab sich Bush beeindruckt, »geloben israelische Soldaten ‚Massada wird nie wieder fallen‘. Bürger von Israel: Massada wird nie wieder fallen, und Amerika steht an Eurer Seite. Amerika ist stolz, Israels engs-ter Verbündeter und bester Freund zu sein. Wenn Amerikaner auf Israel blicken, sehen wir einen Schatz, der mehr wert ist als Öl und Gold: die Begabung und die Entschlossenheit eines freien Volkes.« Kein Wunder, dass sich der Gast aus Washington mit seinen Worten zornige palästinensische Reaktionen zugezogen hat. Dagegen tut es vielen Israelis nach dem Knesset-Auftritt erst recht leid, dass Bush bald das Weiße Haus verlässt. Wolf Silberbach

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

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