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Vertrauen, Bundestag, Islamkonferenz

Genießt großes Vertrauen: der Zentralrat der Juden in Deutschland Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden

Vertrauen in Zentralrat
Für den Fernsehsender RTL fragt das Meinungsforschungsinstitut forsa regelmäßig, wie viel Vertrauen die Deutschen in relevante gesellschaftliche Institutionen haben. Dem Zentralrat der Juden bringen 34 Prozent Vertrauen entgegen, der evangelischen Kirche 38 Prozent, der katholischen hingegen nur 18 Prozent, allerdings deren Oberhaupt, dem Papst, 34 Prozent. Der Zentralrat der Muslime genießt mit neun Prozent geringes Vertrauen. Die Zustimmung zum Zentralrat der Juden liegt um drei Prozent niedriger als 2017, wobei auch hier die negativen Raten bei anderen Gruppen größer sind: evangelische Kirche minus zehn, katholische minus 18, Papst minus 20, Zentralrat der Muslime minus vier Prozent. Das größte Vertrauen haben die Deutschen übrigens in die Polizei: 78 Prozent, dicht gefolgt von Universitäten und Ärzten (77 Prozent). ja

Besucherrekord in Auschwitz
Die Gedenkstätte im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau konnte mit 2,15 Millionen Besuchern im Jahr 2018 einen neuen Höchststand vermelden. Nach Angaben der Gedenkstätte kommen die meisten Gäste aus Polen, jedoch mehr als drei Viertel aus dem Ausland: die meisten aus Großbritannien, den USA, Italien und Spanien. Deutschland befindet sich mit 76.000 Besuchern auf Platz sechs der Statistik. Das sind 9000 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der israelischen Besucher ist gesunken: 65.000 Besucher, das ist etwa ein Fünftel weniger als 2017. ja

Friedländer spricht im Bundestag
Der israelische Historiker und Schoa-Überlebende Saul Friedländer wird am 31. Januar im Deutschen Bundestag die Rede zum Gedenken an die Opfer des NS-Terrors halten. Friedländer wurde 1932 in Prag geboren und überlebte die Schoa in Frankreich in einem katholischen Internat. 1948 ging er nach Israel. Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wird bundesweit am 27. Januar begangen und erinnert an die Befreiung des KZs Auschwitz durch sowjetische Truppen. In diesem Jahr findet die Gedenkveranstaltung ausnahmsweise am 31. Januar statt. ja/dpa

Freilassung wegen Fehlern
Nach der Freilassung des mutmaßlichen Brandstifters und Ex-NPD-Politikers Maik Schneider aus der U-Haft hat sich in Brandenburg eine Diskussion über die Fehler der Justiz entwickelt. Das Oberlandesgericht hatte die Haftentlassung des 31-Jährigen mit »vermeidbaren und dem Staat zuzurechnenden Verfahrensverzögerungen«, die zu überlanger Haft geführt hätten, begründet. Ihm wird Brandstiftung an einer Flüchtlingsunterkunft vorgeworfen. Er ist geständig und war in einem ersten Verfahren zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil aufgehoben. ja

Islamkonferenz mit Muslimbrüdern
In der Kölner Ditib-Zentralmoschee fand in der vergangenen Woche das »II. Treffen der europäischen Muslime« statt. Zu der internationalen Konferenz kamen mehr als 100 Teilnehmer aus 17 Ländern. Nach Informationen des »Kölner Stadt-Anzeiger« waren zwei Teilnehmer dabei, die zu den islamistischen Muslimbrüdern gezählt werden. Der Moscheenverband Ditib wird von der türkischen Religionsbehörde Diyanet finanziert. Ein Ditib-Sprecher antwortete auf die Vorwürfe, man solle die Muslimbrüder »in Verhältnismäßigkeit« sehen. ja

Christlicher US-Senat
Nach einer Studie des Pew Research Center bekennen sich die allermeisten Mitglieder des neu gewählten US-Kongresses, der aus 100 Senatoren und 434 Kongressabgeordneten besteht, zum Christentum. Bei den Senatoren und Abgeordneten der Republikanischen Partei sind es 99 Prozent, bei denen der Demokraten 78 Prozent. Die Zahl der jüdischen Kongressmitglieder beträgt 34. Erstmals sind auch zwei Musliminnen vertreten. Es gibt zehn Mormonen, zwei Buddhisten, drei Hindus und nur eine Abgeordnete, die offen mitteilt, sich keiner Religion zugehörig zu fühlen – wobei 18 Abgeordnete diese Frage nicht beantworteten. In der amerikanischen Gesamtbevölkerung gibt es 71 Prozent Christen. Seit dem Jahr 1961 werden diese Daten erhoben, damals waren 95 Prozent der Kongressmitglieder Christen. ja/epd

Holocaust-Gedenken

Mendel und Wagner kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Reisen

Kein Parkplatz am Ben-Gurion-Flughafen

US-Militärjets blockieren 70 Prozent des Flughafens. Flüge fallen aus, Airlines bleiben weg und kurz vor dem Sommer herrscht große Unsicherheit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Stuttgart

Die Vorfreude steigt

Die Jüdische Allgemeine berichtet weiterhin live von der Jewrovision. Die Jugendzentren sind inzwischen nach und nach angekommen, das Madrichim-Team empfängt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort. Die Vorfreude auf die Show steigt!

 15.05.2026

Genf

Döpfner fordert beim World Jewish Congress entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Hamas-Massaker vom 7. Oktober kritisiert der Springer-Chef die Reaktion: »Unmittelbar nachdem die Bilder der Opfer zu sehen waren, begann die Verharmlosung.«

 12.05.2026

In eigener Sache

Wir suchen Verstärkung

Wir suchen zum 1. Juli 2026 einen Politik-Redakteur (m/w/d) in Vollzeit

 07.05.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026