muslime

Tatmotiv Hass

Mehr als 1.000 Menschen haben sich am Montag in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria dem Trauerzug für die im Dresdner Landgericht getötete Ägypterin angeschlossen. Parolen wie »Nieder mit Deutschland!« und »Es gibt keinen Gott außer Gott, und die Deutschen sind die Feinde Gottes« wurden gerufen.
Ebenfalls hatten der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, gemeinsam mit dem Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J. Kramer, und dem ägyptischen Botschafter in Deutschland, Ramsi Ess Eldin Ramsi, dem Ehemann des Opfers ihr Mitgefühl ausgedrückt. Die 32‐jährige Apothekerin aus Alexandria, die schwanger war und einen dreijährigen Sohn hinterlässt, war vor einer Woche von einem 28 Jahre alten Russland‐Deutschen im Gerichtssaal mit 18 Messerstichen getötet worden. Ihr ebenfalls aus Ägypten stammender Ehemann, der mit einem Forschungsstipendium nach Dresden gekommen war, wurde schwer verletzt. Der Täter hatte die Frau 2008 auf einem Spielplatz in Dresden unter anderem als »Islamistin«, »Terroristin« und »Schlampe« beschimpft. Dafür war er zu einer Geldstrafe von 780 Euro verurteilt worden. Die Messerattacke ereignete sich während des Berufungsprozesses. Der Täter ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein »fanatischer Ausländerfeind«. Staatsanwalt Christian Avenarius sagte, der Täter habe zu Prozessbeginn klargemacht, dass er alle Muslime verachte. »Es war ein klar fremdenfeindlicher Angriff eines fanatischen einsamen Wolfes«, sagte Avenarius Spiegel Online.
Stephan J. Kramer erklärte, alle religiösen Gemeinschaften stünden bei diesem schrecklichen Ereignis zusammen. »Man muss kein Muslim sein, um sich gegen antimuslimisches Verhalten zu wenden«, führte Kramer aus, »und man muss kein Jude sein, um gegen Antisemitismus vorzugehen.« Die Warnung vor Islamophobie sei keine Phantomdebatte.
Aiman Mazyek mahnte, die Tat dürfe nicht zu Vergeltung anstiften. Er appellierte an in Deutschland lebende Muslime, sich nicht von dem Hass, der zu dem Verbrechen geführt habe, anstecken zu lassen. »Zeigt, dass Deutschland vor uns keine Angst haben muss«, betonte er. Andererseits dürfe man sich nicht über solche Taten wundern, wenn der Islam in Zusammenhang mit Extremismus und Terroris‐ mus gebracht würde. dpa/ja

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