Anne Frank

»Schon damals fand ich’s super«

Frau Haberlandt, Sie haben im Argon Verlag zu Anne Franks 80. Geburtstag (vgl. Seiten 6 und 7) das berühmte Tagebuch als Hörbuch eingespielt. Wie waren Sie in Annes Alter?
Furchtbar! Fragen Sie mal meine Eltern! Die schlagen noch heute die Hände über dem Kopf zusammen. Die Pubertät ist eine schlimme Zeit.

Erinnern Sie sich, wie Sie das Tagebuch zum ersten Mal lasen?
Das war so mit zwölf, dreizehn. Ich hatte es mir in der Bibliothek ausgeliehen. Schon damals fand ich das Buch super, wenn ich das so sagen darf. Ich war erstaunt, worüber Anne sich so alles einen Kopf gemacht hat.

Welche Gedanken sind Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie das Tagebuch jetzt wieder gelesen haben?
Ich war verwundert, wie schnell man es liest. Anne schreibt so lebendig. Ich war überrascht, wie lustig das Buch teilweise ist. Anne leidet unter pubertären Schwankungen, aber sie weiß nicht, was auf sie zukommt. Wir wissen es, das macht es so furchtbar. Sie muss sehr wissbegierig und für ihr Alter unglaublich wach und intelligent gewesen sein.

Wie haben Sie sich auf das Hörbuchprojekt vorbereitet?
Ich habe viel im Internet recherchiert, Bücher gelesen, Filme angesehen. Vor allem aber habe ich immer wieder das Tagebuch gelesen. Es war mir wichtig, dass ich die Figur, der ich die Stimme gebe, in meinem Inneren finde. Ich hoffe, es ist mir gelungen, beim Lesen Anne Frank zu sein.

Was für eine Frau wäre Anne Frank heute, wenn sie überlebt hätte?
Schwer zu sagen. Ihre Zeitgenossen beschrieben sie oft auch als altklug und nervig. Aber aus den schwierigsten Kindern sind oftmals die anständigsten Erwachsenen geworden. Ich glaube, sie wäre eine intelligente, aufgeweckte, lebhafte und flinke Frau geworden.

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