Gemeinden

Ratsversammlung des Zentralrats der Juden tagt in München

Zentralratspräsident Josef Schuster bei der Ratsversammlung 2024 Foto: Andreas Schulz

Es ist ein feststehender Termin im Kalender der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland: Jeweils am letzten Sonntag im November kommen aus ganz Deutschland die Delegierten der jüdischen Gemeinschaft zusammen - an diesem Sonntag in München.

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein großes Familientreffen, ist zugleich auch Rückblick und Ausblick auf die zurückliegenden wie die kommenden Herausforderungen für die Juden in Deutschland, Europa und der Welt.

Die Ratsversammlung ist das oberste Entscheidungsgremium des Zentralrats der Juden in Deutschland und überwacht die Arbeit der Exekutive. Sie ist insbesondere zuständig für alle Grundsatzfragen der jüdischen Gemeinschaft und verabschiedet den Haushalt des Zentralrats.

Die Landesverbände und Großgemeinden entsenden für je 1000 Gemeindemitglieder einen Delegierten zur Ratsversammlung

Zur jährlich tagenden Ratsversammlung entsenden die Landesverbände und Großgemeinden des Zentralrats für je 1000 Gemeindemitglieder einen Delegierten. Die Ratsversammlung wählt aus ihrer Mitte für die Dauer von vier Jahren drei Mitglieder in das Präsidium des Zentralrats. Zuletzt fanden 2022 Wahlen statt.

Im Vorfeld der Ratsversammlung richtete sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einem Schreiben an die Teilnehmer. »Hinter uns liegt ein bewegendes Jahr in der Geschichte des Zentralrats der Juden in Deutschland - vielleicht das Jahr, was uns alle am meisten gefordert hat in unserer Arbeit als Vertreter der jüdischen Gemeinschaft
in Deutschland«, betonte Schuster. »Nie war jüdisches Leben in Deutschland mehr herausgefordert, nie war Antisemitismus in Deutschland sicht- und spürbarer als in den Monaten nach dem schrecklichen Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023.«

Vergangenes Jahr habe der Zentralrat vor allem versucht, den Sorgen und Nöten der Gemeinden ein Sprachrohr zu bieten, betont Josef Schuster

Angesichts dessen habe der Zentralrat neben seiner Arbeit als politische Interessenvertretung im vergangenen Jahr vor allem versucht, den Sorgen und Nöten der Gemeinden ein Sprachrohr zu bieten. »Wir haben zwei Lagebilder erstellt - zuletzt zum Jahrestag des Massakers -, die nicht nur als Information für die Öffentlichkeit dienen, sondern auch unsere Arbeit leiten«, so der Zentralratspräsident.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Angriff sei die beste Verteidigung - nicht wörtlich, aber im Geiste, erklärte Schuster. »Wir brauchen Initiativen und Projekte, die jüdisches Leben in Deutschland stärken, sichtbar machen und jüdischen Perspektiven in den gesellschaftlichen Diskurs bringen - wie die Jüdische Akademie Frankfurt, die Ende des Jahres 2025 geplant ist.«

Häufig sind prominente Gesprächspartner Gäste der Ratsversammlung: So besuchte 2012 die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Gremium. 2017 war der Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, Mathias Döpfner zu Gast.

Im Jahr 2023, kurz nach den Terroranschlägen der Hamas am 7. Oktober, hielt der Botschafter Israels in Deutschland, Ron Prosor, ein Grußwort. ja  

Lesen Sie nach Abschluss der Ratsversammlung am Sonntagnachmittag in unserer Online-Ausgabe mehr dazu sowie einen ausführlichen Bericht in unserer Printausgabe am Donnerstag.
  

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Nahost

Iran greift erstmals europäisches Ziel an: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern

Nach Ausrufung einer Sicherheitswarnung erschütterten Explosionen die Basis. Kampfjets der Royal Air Force hoben nach Angaben von Flugbeobachtern ab, um den Luftraum zu sichern

 02.03.2026

Zusammenfassung

Israels Armee: Wir greifen Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran an

Der Iran hat mittlerweile bestätigt, dass etliche hochrangige Militärs wie Generalstabschef getötet wurden

 01.03.2026

Analyse

»Der Iran hat nicht die Schlagkraft«

Das iranische Regime kann den Angriffen von Israel und den USA aus Sicht des Politologen Maximilian Terhalle militärisch wenig entgegensetzen - und durchaus gestürzt werden

 28.02.2026

Deutschland

Höhere Sicherheitsmaßnahmen nach Angriff auf Iran

Hessen verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen. Laut Innenministerium betrifft dies besonders jüdische, israelische und amerikanische Einrichtungen

 28.02.2026

Rabbinerausbildung

»Sehr bedeutsamer Schritt«

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und die Nathan Peter Levinson Stiftung beabsichtigen Kooperation

 19.02.2026

Brandenburg

Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde kritisiert Ministerium

Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

Müssen US-Unis Informationen über jüdische Mitarbeiter herausgeben?

Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

von Nicole Dreyfus  29.01.2026