WIZO-München

Plan erfüllt – neue Ziele

von Miryam Gümbel

Gerne erinnern sich die Besucher der glanzvollen WIZO-Gala im vergangenen Jahr noch an dieses Ereignis in den Räumen der HypoVereinsbank in München. Für den 23. November ist, dieses Mal unter dem Motto »Dinner and Dance«, ein neuerlicher Höhepunkt im Münchner IKG- und Stadtleben in dieser auch innenarchitektonisch eindrucksvollen Location geplant. Aufmerksamkeit erzeugen, das gehört zum Handwerk, wenn es um das Sammeln von Spendengeldern geht. Das wissen WIZO-Präsidentin Helene Habermann und das Team mit Judith Epstein, Mirjam Frenkel, Gaby Grüngras, Chana Kaminski, Yvonne Marianowicz, Marion Norman, Rachel Pacanowski, Sylvia Rothblum, Vivian Schenavsky und Sara Schmerz nur zu gut.
So ist es nicht nur die große Festgala, mit der sich die für Israel und vornehmlich seine Kinder engagierten Frauen immer wieder ins Gedächtnis möglicher Spender bringen. Außer der Gala gab es in diesem Jahr noch eine Reihe weiterer Veranstaltungen: einen Brunch, einen Sushi-Kurs und eine Einführung in die medizinischen Möglichkeiten, ein jugendliches Aussehen möglichst lange zu bewahren. Der Brunch, seit vielen Jahren eine liebgewordene Tradition, fand auch dieses Mal eine positive Resonanz. Auch die Idee einer der jüngeren Wizo-Frauen, Gaby Grüngras, stieß auf großes Interesse: In einem Sushi-Lokal im Münchner Osten fanden sich zahlreiche Gäste ein, um die Kunst der Erstellung der leckeren Röllchen aus Reis, Fisch und einigen anderen Zutaten zu erlernen. Dass das mit den entsprechenden Hilfsmitteln gar nicht so schwer ist, hatten die eifrigen Hausfrauen schnell begriffen. Nichts für Do-it-yourself dagegen war die Einführung in die medizinische Kosmetik. Die niedergelassene Ärztin Ruth Weißberg, die seit zwei Jahrzehnten in München ihre Praxis hat, zeigte interessierten Damen, wie sich Alterserscheinungen unter dermatologisch-ästhetischen Gesichtspunkten unsichtbar machen oder zumindest reduzieren lassen. Und sie hatte auch noch eine Überraschung mit dabei. Bei einer kleinen Tombola verloste sie zwei Behandlungsgutscheine im Wert von jeweils 500 Euro. Denn das, was letztlich für die WIZO-Frauen zählt, ist das Geld, das sie für ihre Schützlinge nach Israel überweisen können. Deshalb freuen sie sich über jede neue Geldquelle. Inzwischen haben sie es sogar erreicht, dass sie zu denjenigen Organisationen gehören, an die von Gerichten verhängte Bußgelder verteilt werden. Eine größere Summe erhielten sie auch durch ein Erbe. Theodore Blumenfeld, der nach vielen Jahren in den USA zuletzt in München lebte, hinterließ der WIZO sein Vermögen. Der im polnischen Lodz geborene und aufgewachsene Holocaust-Überlebende wollte das Geld in Israel genutzt wissen – zur Unterstützung von Kriegsopfern, wie er in seinem Testament festgelegt hat, indem er die Münchner WIZO zum Alleinerben eingesetzt hatte. Damit ist der Grundstein gelegt worden für ein Haus in Kiriat Schmona, in dem Kinder und Menschen betreut werden sollen, die als Opfer von Krieg und Terror traumatisiert sind. Auf einer Tafel wird an den Spender erinnert sowie an seine Eltern Aron und Hinda Blumenfeld und seine Geschwister Bernard, Max und Frania.
Der Bau des Hauses ist bereits weit fortgeschritten. Doch auch für seine Fertigstellung und den laufenden Betrieb wird noch weiterhin Geld benötigt.
Das Engagement wird anerkannt. Beim Fest zum 60. Geburtstag des Staates Israel wurde Helene Habermann als Vertreterin der WIZO die Ehre zuteil, die erste Kerze für die zwölf Stämme Israels zu entzünden. Neben dem Wunsch, möglichst viel Geld für die Projekte in Israel zu sammeln, betont Helene Habermann noch ein weiteres Anliegen: Auch junge Menschen sollten sich aktiv für die Anliegen der WIZO einsetzen und mithelfen, den Kindern und Familien zu helfen, die in Israel auf diese Unterstützung angewiesen sind. Wer einmal Einrichtungen der WIZO besucht hat, der erlebe ganz konkret, wie nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, dank engagierter Betreuung dort Hilfe auf dem Weg zu einer eigenen, positiven Lebensgestaltung finden.
Und wer einmal in die Augen der Frauen geschaut hat, die dank des Engagements der WIZO-Frauen wieder ein Stück Lebenszuversicht finden, der wisse, was das Engagement der WIZO bewirkt.

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