Neubrandenburg

Oberbürgermeister: Toleranz und Weltoffenheit zeigen

Silvio Witt (parteilos), Oberbürgermeisterwahl von Neubrandenburg Foto: picture alliance / dpa

Im Fall des am Bahnhofsvorplatz von Neubrandenburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) erfolgten Austauschs einer Regenbogen- durch eine Hakenkreuzflagge hat Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt zu einem klaren Bekenntnis aufgefordert.

Sie sollten ein deutliches Zeichen in die Welt senden, »dass Neubrandenburg eine tolerante, inklusive, weltoffene, liebenswerte und vor allem menschliche Heimat ist«, forderte Witt in einem Offenen Brief, den die Stadt Neubrandenburg am Montag veröffentlichte.

Unbekannte hatten in der Nacht zu Samstag eine Regenbogenflagge vom Bahnhofsvorplatz entwendet und an gleicher Stelle eine Hakenkreuzflagge gehisst. Beamte stellten die Hakenkreuzflagge sicher und leiteten ein Ermittlungsverfahren ein.

Akt der Intoleranz Das Entfernen der Regenbogenfahne sei »ein wiederholter symbolischer Akt der Intoleranz« gewesen, das Hissen nationalsozialistischer Symbole ein »Tabubruch«, schrieb Witt. Er selbst habe 1993 als 15-Jähriger seine erste Regenbogenfahne in Form eines Pins geschenkt bekommen und trage diesen noch heute gelegentlich. Die Regenbogenfahne sei für ihn »ein Symbol, wie sich unser Land in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. In vielen Bereichen. Denn die Regenbogenfahne ist ein inklusives Symbol.« Sie stehe für Toleranz, Offenheit und Vielfalt.

Witt erinnerte an die Ankunft der ersten Kriegsgefangenen in Neubrandenburg vor 84 Jahren. »Sie wurden vom Bahnhof ins Lager Fünfeichen getrieben. Manch einer hat bereits diesen Weg nicht überlebt. Am Ende des Krieges durchliefen rund 70.000 Gefangene das Lager. 6500 überlebten es nicht.«

Die Brutalität, Herabsetzung und Menschenverachtung des nationalsozialistischen Systems habe »hier in unserem Neubrandenburg« stattgefunden. Der Oberbürgermeister appellierte: »Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, dass sich diese Geschichte nie wiederholt.« epd

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026

Vandalismus

Deportationsmahnmal in Berlin beschmiert

Das Denkmal an der Putlitzbrücke soll an die über 30.000 Juden erinnern, die zu NS-Zeiten vom benachbarten Moabiter Güterbahnhof aus in Konzentrationslager deportiert wurden

 18.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026