World Zionist Organization

Lichter in der Dunkelheit

von Detlef David Kauschke

Licht an! Eine symbolische Aktion gegen die Dunkelheit der Ereignisse der Pogromnacht 1938 plant die Zionistische Welt‐organisation (World Zionist Organization, WZO). Wie der Leiter der Abteilung für religiöse Angelegenheiten in der Diaspora, Rabbiner Yechiel Wasserman, mitteilte, sollen zeitgleich mit einer zentralen israelischen Veranstaltung zum 70. Jahrestag am kommenden Sonntag um 20 Uhr (Jerusalemer Ortszeit) in den Synagogen in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern die Lichter angeschaltetet werden. »Damit wollen wir ein Zeichen setzen: Am Israel Chai, das jüdische Volk lebt, im Staat Israel und auf der ganzen Welt.«
Die Aktion ist Teil einer Kampagne, mit der die Zionistische Weltorganisation auf dieses Datum aufmerksam macht. In einer Auflage von wenigen hundert Exemplaren wurde vom WZO Informationsmaterial – Broschüren mit DVD – zusammengestellt, und europaweit an Rabbiner, Religionslehrer und jüdische Repräsentanten versandt. Darin enthalten sind historische Daten und Fakten, Fotos und ein Dokumentationsfilm, aber auch Vorschläge, wie religiöse Gedenkveranstaltungen mit Jizkor‐, Kaddisch‐ und anderen Gebeten gestaltet werden können. »Neben dem Jom Ha‐
schoa, an dem jährlich des Holocausts gedacht wird, ist dieser Jahrestag ein Anlass, die Geschehnisse vor 70 Jahren zu thematisieren«, sagt Rabbiner Wasserman. »Es ist ein trauriges und zugleich wichtiges Datum der modernen jüdischen Geschichte. Das darf nicht vergessen werden. Auch und vor allem in den Synagogen muss daran erinnert werden. Schließlich waren es zuerst die Zentren des religiösen jüdischen Lebens, die von den Nazis zerstört wurden.«
Mit dem Informationsmaterial werden die Gemeinden auch aufgefordert, sich an der Lichtaktion zu beteiligten. »Ich habe
Rückmeldungen aus Dänemark, Italien, Schweden, Malta und aus vielen anderen europäischen Ländern«, erzählt der WZO‐Abteilungsleiter. Überall werde die Idee sehr positiv aufgenommen, es gebe zahlreiche zusätzliche Nachfragen.
Entstanden ist die Aktion in Zusammenarbeit mit Uri Dromi, dem General‐direktor des Jerusalemer Kongresszentrums Mishkenot Sha’ananim. Dort findet am Sonntag die Gedenkveranstaltung statt, an der unter anderem der israelische Diasporaminister Itzchak Herzog sowie der deutsche Botschafter in Israel, Harald Kindermann, und sein österreichischer Amtskollege Michael Rendi teilnehmen. »Wir wollen dabei auf dieses Datum, das einen Wendepunkt in der düsteren Geschichte des 20. Jahrhunderts darstellte, aufmerksam machen. Wenn dann zur gleichen Zeit in den Synagogen Europas die Lichter angehen, ist das auch ein starkes Zeichen der Verbundenheit der Diaspora mit Jerusalem, und umgekehrt«, sagt Dromi.
Wie viele Gemeinden am kommenden Sonntag an der Aktion teilnehmen, wissen die Initiatoren noch nicht. Für Deutschland hat Wasserman Zusagen von den Mitgliedern der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD), mit denen er in der vergangenen Woche in Köln zusam‐
mentraf. »Wir begrüßen diese Initiative und beteiligen uns selbstverständlich daran«, sagte ORD‐Vorstandsmitglied Avichai Apel. »In unseren Synagogen werden die Lichter in dieser Nacht anbleiben.« Dies sei neben den zahlreichen offiziellen Gedenkveranstaltungen ein eindrucksvolles Symbol dafür, »dass es die nationalsozialistischen Verbrecher nicht geschafft haben, jüdisches Leben in Deutschland und Europa zu vernichten«.

Kontakt: Rabbiner Yechiel Wasserman, WZO, Jerusalem, yechielw@jazo.org.il

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